Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 67 (sequence 5)
- Language
- German
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. Aphorismen. I. 67 Ließ sie der Staaten Besitz erobern Damit sie seine Gesetze hüten und seine Lehren wahren, Hallelujah! Israel erhielt nicht das Gesetz um politische Selbstständigkeit und Nationalwohlsahrt zu gewinnen, sondern Israel, erhielt politische Selbstständigkeit und Nationalwohlfahrt um das Gesetz zu erfüllen. N11N, das Gesetz, bleibt das ewig unverrückbare Ziel, der ewig un- ' abrogirbare Zweck der ganzen nationalen Existenz des Juden als solchen; diese Bestimmung ist unbedingt durch größere oder geringere Selbstständigkeit, durch größere oder geringere Wohlfahrt; In der Freiheit wird die Erfüllung leichter, im Wohlstand, die Lösung vollständiger; politischer wird Druck die Erfüllung schwieriger machen, nationale Unselbstständigkeit die Lösung mangelhaft sein lassen; das ganze äußere Geschick bedeutet aber immer nur größeres oder geringeres Maß von Mitteln zur Erfüllung der mit dem von Gott ertheilten Gesetze gegebenen Aufgabe, diese Aufgabe, aber selbst bleibt unverändert, und unverändert diese. Aufgabe das einzige wirkliche Eiuigungsband so der großen jüdischen Gesammteinheit, wie der jüdischen Gesammtheiten; der großen Kchillath Jaakob, als der kleinen Kehilloth, die nur als die Töchterzweige der großen Gesammt- Kehtlla dastehen. Dieses Grundfaktum alles jüdischen Communalwesens hat einige sofort in die Augen springende Consequenzen, an die in unserer Zeit zu erinnern, doch nicht so ganz überstüsstg sein dürfte. Wir haben Merkwürdiges erlebt und erleben noch täglich, wenn auch nicht Wunder, so doch zu verwunderndes, wenn man sich noch überall darüber Wundern dürfte, daß die meisten Menschen in ihren bedeutsamsten Handlungsweisen sich wenig von klaren Gedanken leiten lassen und überhaupt mehr augenblicklichen Impulsen als.ruhiger Ueberlegung folgen. Die Jahrhunderte des Drucks, die über uns hingegangen, haben eigenthümlichcn Einfluß auf unser Gemeinwesen, und in Folge davon auf die darüber herrschenden Vorstellungen geübt. Man hätte denken sollen, je mehr wir aller politischen Selbstständigkeit beraubt gewesen und je weniger wir an allen nationalen Bestrebungen der Völker Anthcil haben durften, um so mehr hätte, um in der ge-