Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 44 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Neunter Jahrgang. *־V*׳W׳**• ymf f l׳*V V1*׳% ׳ I’I.V י *♦ Ausgegeben den i. Oktober 1862. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen Deutschland. Berlin, im Aug.*) Bereits in der Session des letzten Winters lag dem Hause der Abgeordneten eine Petition des Magistrats und der Stadtverordneten von Posen, betreffend die Anstellung des Dr. Jutrosinski an der städtischen Realschule daselbst, vor, über welche sowohl von der damaligen Commission für das Unterrichtswesen ein ausführlicher Bericht erstattet, als auch im Plenum des Hauses (4. März) verhandelt, jedoch wegen inzwischen erfolgter Auslösung kein Beschluß gefaßt worden ist. Petenten haben deßhalb die fragliche Petition jetzt abermals überreichen lassen. Es handelt sich um die vom Magistrat und Stadtverordneten zu Posen längst beschlossene definitive Anstellung des Dr. Jutrosinski an der städtischen Realschule, die, weil der Dr. Jutrosinski Jude ist, die Regierung nicht genehmigen will. Die Commission stellt den Antrag,, die Petition der k. Staatsregierung zur Abhülfe zu überweisen. Der Referent, Abg. Röpell (Breslau) bemerkt, wie der Grundsatz der Emancipation der Juden in Preußen schon vor 50 Jahren ausgesprochen worden sei. Dennoch müsse das Haus gegenwärtig über eine Petition, wie die vorliegende, noch berathen, obgleich nach 4812 doch auch noch das Aprilpatent von 1848 und endlich die Verfassung selbst erschienen sei. Referent gibt dem Dr. Jutrosinski, der in Breslau unter feiner Leitung studirt, noch ein besonders günstiges Zeugniß. Auch wirke er in Posen segensreich, wie der Magistrat dies bezeuge —- gleichwohl werde ihm nicht ein- *) Aus Mangel an Platz konnten wir bis jetzt diese Verhandlungendes preußischen Abg ordneten Hauses nicht! aufnehmen. Sic erscheinen jedoch zu bedeutsam, als daß sie in den Annalen des Jeschurun fehlen dürften. D. Red.