Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 34 (sequence 7)
- Language
- German
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34 Macaulay über die Jildenfragk. setzen dürfen, das würde ein Nationalnnglück und eines der entsetzlichsten sein." Der Verf. zeigt, daß mau sich derselben Absurdität in Beziehung zu den irischen Katholiken schuldig machte und fihrt dann fort: ״Wenn es unsere Christenpflicht ist, die Juden von politischen Rechten auszuschließen, dann ist es nothgedrungen unsere Pflicht, sie so zu behandeln, wie unsere Vorfahren sie behandelt haben, sie zu tobten, zu verbannen, zu berauben. Denn auf jenem Wege und nur auf jenem Wege allein können wir ihnen wirklich politische Macht entziehen. Wenn wir ein solches Verfahren nicht einschlagen, so sind wir im Stande zwar die Schatten wegzunehmen, aber das Wesen der Sache zu entziehen sind wir nicht im Stande. Unsere Kraft reicht aus um sie zu quälen und zu reizen, aber sie wird nicht ausreichen um uns vor Gefahr zu schützen, sofern wirklich Gefahr droht. Wo Vermögen vorhanden ist, da wird unausbleiblich Macht sein- Die englischen Juden, wird uns ferner gesagt, sind keine Engländer. Sie sind ein abgesondertes Volk, das räumlich auf dieser Insel, aber in moralischer und politischer Gemeinschaft mit seinen über die' ganze Welt verstreuten Brüdern lebt. Ein englischer Jude betrachtet einen holländischen oder portugiesischen Juden als seinen Landsmann und einen englischen Christen als einen Fremden. Dieser Mangel an patriotischem Gefühl soll nun den Juden zur AuS- Übung politischer Befugnisse untüchtig machen. Das Argument hat etwas für sich; aber eine nähere Prüfung zeigt, wie gänzlich unaufrichtig es ist. Selbst wenn die angeführten Thatsachen zugegeben werden, wären die Juden noch nicht das einzige Volk, welches seine religiöse Parteistellung höher geachtet hätte, als das Vaterland« Das Gefühl des Patriotismus entspringt bet einem gesunden Zustand der Gesellschaft in Folge eines natürlichen und unausweichlichen Gedankenzusammenhangs in den Gemüthern von Bürgern, die sich bewußt sind, daß sie all ihr Behagen und all ihren Lebensgenuß dem Lande verdanken, welches sie zu einer Gemeinschaft vereint. Aber unter einer parteiischen und tyrannischen Negierung kann diese Gedankensolge nicht das Zwingende haben, wie bet einer günstigeren Lage der Dinge. Man ist genöthigt, bei seiner Partei den Schutz zu suchen, welchen man von seinem Vaterlande