Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 11 (August 1862)
- Article
- Judenthum und Civilisation
- Date
- 1862-08-01
- Page
- 549 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Oberrabbkmr Klein zu Colmar. 549 Nationen dem einigcinzigen Gesetz gehorchen werden, dikttrt vom Gewissen der Menschheit." Und die Alten haben also Unrecht; sie Haben Unrecht, gerade indem sie dieselben Hoffnungen nähren, dieselben Princtpien verkünden wie die Jungen; sie haben Unrecht, indem sie die Prophezeihung auf alle Völker auödehne», indem sie in der Wiederherstellung Jerusalems aus Erden, den Triumph der Ctvilisation, die Vollendung des Menschengeschlechtes erblicken. Sie haben Unrecht, weil sie neben diesem Jerusalem auf Erden noch ein himmlisches Jerusalem erblicken; sie haben Unrecht, weil sie neben materiellen, vergängltchrn Gütern, nicht blos für sich allein, sondern für die Gesammt- Menschheit, geistige, ewige Güter erwarten. Sie haben Unrecht, weil sie nicht Bibel und Talmud verwerfen, weil sie ihre Religion nicht verleugnen, weil sie sie für göttlich, unvergänglich halten, diese Reltgion die sich durch alle Jahrhunderte und Klimate verbreitet, die dem Beile der Victoren widerstanden, der Streitaxt der Barbaren, dem Scheiterhaufen der Inquisition, den honigsüßen Worten der Bekehrer, den Raisonnements der Philosophen, den Reizen des Reichthums und der Ehren, und allen Wechsclfällen, und allen socialen Umwälzungen; diese Religion, von der einige Funken hingereicht haben, um andern Systemen die Seele, das Leben, die Bewegung zu geben, die auf allen Punkten der cisilisirten Welt strahlt, und von welcher einige Principien das Glück und den Ruhm unseres Jahrhunderts bilden, das sie anerkannt und angewandt hat. Sie haben Unrecht, weil sie, die Bibel nicht verwerfend und im Vertrauen auf die Prophezeiungen der Propheten, einen Messias erwarten. Aber was erwarten sie denn von diesem Messias? ES sei uns erlaubt hier zu wiederholen, was wir in einer Broschüre deren verschiedene Theilc im Univ. Js. erschienen, und von welcher der edle beredte Vertheidigcr der Juden M. Jean Czynsky in anerkennender Weise in seinem Ncvetl d'Jsrael gesprochen hat, gesagt haben: ״Dann am Tage, bestimmt von der göttlichen Vorsehung wird Gott seinen Gesalbten senden, den Boten seiner Milde, nur sein Volk von den Enden der Erde zurückzuführcn und es wieder hin-- zupflanzen neben seinen heiligen Berg (Jes. XLIII. 5, 6; LVI. 7; Zach. XIV. 9). Der Geist der Weisheit, Tugend und Macht mit