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Jeschurun · 1862-08-01 · Heft 11 (August 1862) · p. 536

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 11 (August 1862)
Article
Rückblick auf die Niederlassungen und Zustände der Juden in Amerika und den benachbarten Inseln
Date
1862-08-01
Page
536 (sequence 4)
Language
German
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536 Rückblick auf die Niederlassungen und Zustande der Zubm sind die, an die Offenbarung als an ein Uebcrnatürliches Glauben- 1 den, die aber für sich das Recht beanspruchen, das Zudenthum vorhandenen Zeitbedürfnissen anzupassen, gerade so wie die alten Rabbinen die Fortentwickelung und Interpretation des mosaischen Gesetzcö übernommen hätten, als von ihren Zettumständen verlangt- Da sind die alten Gemeinden englischen Ursprungs, streng conservativ in ihren Grundsätzen, langsam zu bewegen aber doch bereit sich aufzumachen, wenn man sie gehörig drängt. Und da ist endlich der stereotype unbeugsame Klopffechter, nie räsonirend, sondern für Recht haltend was gerade existirt. Alle diese Parteien haben ihre Anführer, ihre Organe, ihre Synagogen oder Tempel. Hätten diese streitigen Elemente ihren Weg nach den Vereinigten Staaten langsam und nach und nach genommen, oder wenigstens in kleiner Anzahl, so wäre Zeit zu einer Verschmelzung vorhanden gewesen, indem der Mächtigere den Schwächer!« absorbirt hätte, oder wenigstens zu einer unrivalisirenden Nebeneinanderstellung. Oder wäre eine centrale Organisations- und Leitungsbehörde bestanden, wie in Frankreich und in einigen andern continentalen Ländern, so hätte sich bald eine Ordnung aus diesem Chaos entwickelt. Da aber der Zufluß zu!■ plötzlich, und keine Organisation irgend-welcher Art vorhanden war, j um welche die neuen Ankömmlinge sich hätten scharen können, so! entwickelte sich ein Zustand beispielloser religiöser Anarchie, der bis heute andauert. Die Folge war ein bitterer Kampf in der periodischen Presse, besonders des nichtorthodoxen Theils, der nicht genug beklagt werden kann. Nicht, daß wir eine Controverse an und für sich als ein Uebel betrachten. Meinungsverschiedenheit und in Folge davon Diskussion, sind absolut nothwendig für die Zutagebringung der Wahrheit. Nur das von den Päbsten repräsentirte System beansprucht Unfehlbarkeit. Das einzige Präservativ gegen Dorurthetl, Aberglaube und Bigotterte, ist die Kritik. Schon die Schulen Hillel's und Schamalls hatten ihre Polemik. Aber, was wir beklagen, was wir tadeln, Was wir verdammen in diesem Streite, ist seine Bitterkeit, seine Jnvecttven, j seine Personalien. Wir brauchen wohl kaum zu sagen, daß diese Beleidtgungen nichts beweisen und immer nur dazu dienen die Leidenschaf-

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