Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 11 (August 1862)
- Article
- Aw
- Date
- 1862-08-01
- Page
- 521 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 521 äußerlich — ruhelosesten, mühevollsten Gängen. Ist dieses jüdische Bewußtsein, dieser innere Faktor, durch welchen das ganze äußere jüdische Leben erst seine hohe, ewige Bedeutung und seine ewig ver» jungende Kraft gewinnt, ist er erst erschüttert, dann ist es mehr als anderwärts unendlich leicht der in rascher Progression alternden Blasirtheit Thür und Thore zu offnen, weil dem jüdischen Element die ganze übrige äußere Welt protcstirend und negirend entgegensteht, und wenn dem jüdischen Leben mit jener Innerlichkeit die Seele entstohen, es von selbst wie eine Leiche dem Hohn der feindseligsten Elemente zur Beute wird — Und nun zumal in unserer Zeit, wo dieser Gegensatz nicht mehr nur, und nicht zunächst in der nichtjüdischcn Welt zu suchen ist, wo i m jüdischen Kreise bereits בנים ובני בנים נושנים jüdisch-blasirte Söhne und Enkel, Sohne und Enkel, denen Sinn und Bewußtsein fürs jüdtsche Wesen und Leben abgestorben, und die, weil sie dem Judenthum abgestorben, das Judcnthum für antiquirt und sterbend erkläreu, das Geschlecht der Gegenwart bilden — wenn da noch Söhne und Enkel für eine lebenöfrische, verjüngte und sich ewig verjüngend« jüdische Zukunft gerettet werden sollen, da müssen vor Allem wir, da müssen die Alten, müssen die Väter und Großväter des werdenden Geschlechtes sich die Jugendsrischc lebendiger Begeisterung bewahren, damit an ihrem Geiste sich die Jugend mit den Rauken ihres Geistes emporwinden können und in der gemeinsamen Begeisterung von dem Leichenhauch des modernen Moders unberührt blet» ben. Wer weiß, wenn die Väter, wenn die Großväter der gegen» wärtigeu Geschlechter nicht bereits — wenn gleich nicht in der pstichttreuen Loyalität der eigenen Lebensweise, doch tu der Gesinnung, in dem Vertrauen zur eigenen Sache, in der zukunftssichcrn Begeisterung für das Judcnthum Einbuße gelitten hätten, dann die Söhne und Enkel da hielten, wo wir sie heute erblicken! Wer weiß, wir mancher Sohn und Enkel durch den Kleinmuth, durch die Unentschiedenheit, durch die Muthlosigkeit, durch die zu Concesfloncn bereite Rathlvstgkeit, durch die gehen lassende Schwäche des an der Zukunft des Judenthums zweifelnden oder gar verzweifelnden Vaters und Großvaters, irre geworden, die stillschweigende Bestätigung der eigenen sogenannten lleberzeugnng gewonnen, und dann daö für da-