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Jeschurun · 1862-07-01 · Heft 10 (Juli 1862) · p. 498

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 10 (Juli 1862)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1862-07-01
Page
498 (sequence 18)
Language
German
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498 Zur Geschichte der JudeuverfolgunM (tri 14. Jahrhundert!c, len. Liebe Freunde, Es Nt uns hinterbracht Herr Bruder Henrich Comptur des (Tentschen) Hauses zu Collen, daß als er sonsten in ן euer Stadt sich aufgehaltcn, von etlichen Euers Raths vernommen, daß der Rath der Stadt Bern imUchtlande, euch einen gefangenen Juden über schicket, euch Nachricht zu geben von der Vergifftung und Giffts Ausstreuung, daran in unterschiedlichen Enden der Welt die Christen gestorben, Bey uns ist vielerley > redend hiervon, und in dem einer dis der ander ein anders vorbringt, wissen wir nicht, was hierunter wahr sei, Weil es aber zu beklagen were, wann dergleichen frevelthat vor dessen Urheber die Juden ins gemein gehalten werden, ohne gebührende Bestraffung solte hingehen, Als bitten wir Eure freundschafft auffs allerfleissigste und beste als wir können, Ihr wollet in Ansehung,unserer dienste, alles und jedes neues so Euch von ermelten Juden außgesagt und offenbaret worden, mit allen Umbständen so viel euch davon wissend ist, oder wissend seyn kann, uns wieder schreiben durch gegenwertigen Boten, daß wir uns nach dem, was ihr uns wieder zu antworten vermeinen werdet, zu richten haben mögen, und uns durch bequeme sürsehungsmittel vor dergleichen Vergifftung verwahren mögen. Gehabt euch wol. Geben den sechsten Tag vor dem Feste des Seligen Apostels Thomr. stadt Cölln. Auf das umgehendes Antwortschreiben des Rathes, daß er die Schulo der Juden an der Brunnenvergtftung durch die Aussagen des Berner Juden noch durchaus nicht erwiesen halte, folgte darauf schon am 12. Januar 1349 ein zweites längeres Schreiben von Cöln, das durch die Mäßigung und Besonnenheit die sich in ihm aussprtcht ein wahrer Lichtpunkt in diesen düstern aufgeregten Zeiten bildet. Cöln notificirt den Empfang des Antwortschreibens von Straßburg auf seinen Brief vom 15. December, theilt mit, daß die erwähnten Beschuldigungen gegen die Juden bei ihnen noch fortdauern, daß es sich an zahlreiche Städte um Aufklärung darüber ") Das erste Schreiben des Colner Rathes ist vom 16. Dez.; in seinem zweitm votit 12. Jan. erwähnt er das AntworischreibenS von Siraßburg als ״noviter“ empfangen, also muß Siraßburg wohl umgehend geantwortet habe».

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