Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 493 (sequence 13)
- Language
- German
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Von vr. M. Ralph. 493! ■ gen Genüge zu leisten — Anfangs Dezember — einen gefangenen r* Juden, der über die ganze Giftangelegenhett Auskunft geben fottte30).; Auch diese vermochte ihn nicht von der Schuld der Juden zu über- - zeugen, und sie sandten deßhalb Schreiben nach verschiedenen Städten, um noch wettere Erkundigungen einznztehcn. So ging — wahrscheinltch in der 2. Hälfte des Dezember!348 — ein Schreiben nach Z ähring en^') wo man auch Juden gefangen und verurtheilt hatte, und wohin deßhalb auch noch von anderen Städten Boten abgesandt waren, mit der Bitte, man solle ihnen etwas von dem Gifte zukomwen lassen. Darauf erfolgte nun das folgende Antwortschreiben vom 23. Dezember 134 8 82): Den erbern und bescheiden wisen Herren dem Meister vnd dem Rat ze Strasburg, Entbieten wir der Schultheiß und der Rat von Zeri n gen vnsern willigen Dienst ze aller zit bereit, Als jr uns geschriben ha nt daz wir uch die gift santen, Da snllent jr wissen daz wir Han sie och allen stetten verzigen und öetfeft33), Doch enbieten wir uch daz wir die gift fundeu haut hinder unfern Juden in jren schlossen, Wir lassen uch öch wissen, daz wir die gift versucht Han, an Hunden an schwinen, und an hünren 34), also daz si von den gift alle tot stnt. Und entbieten uch 30) S. unten den Brief von Eöln an Straßburg vom 15. Dez. 1348 in dem der Kölner Rath um Mitthetlung der von dem aus Bern geschickten Zuden erhalte׳ nen Bekenntnisse bittet. . - **) Im jetzigen Großherzogthum Baden. 32) S. Königshoven l. c. Anhang P. 1003 Die Absendung des aus diescm Antwortschreiben ersichtlichen Briefes vom Rath zu Straßburg, glauben wir um die 2. Hälfte des Dcccmber ansctzen zu müssen, da aus dem Zahringer Brief« ersichtlich» daß der Straßburger Bote der das Schreiben überbrachte auch bei der erwähnten Räder an g dreier Juden und eines Weibes, die wahrscheinlich kurz vor Absendung des Briefes nach Straßburg (am 23. Dez.) stattfand, zugegen war. Wir sehen daraus, daß sich auch andere Städte dorthin um Uebersendung des Giftes gewandt. Wahrscheinlich verdankte Zährtngen den famosen Experimenten die Ehre, wett und breit um Mitthetlung und Uebersendung des veritablen GifteS angegangen worden zu sein. 34) Wir glauben durch die Erörterungen in unfern frühernArtikeln, Jeschurun VN. p, 286 ff. selbst dem völlig Befangenen es unumstößlich klar gemacht zu ha«