Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Thamus
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 468 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Thauiu«. Wahrheit und Klarheit zu schöpfen, denen gegenüber der Leichtsinn und die Hohlheit den Angriff scheut. Am aller Verkehrtesten und Strafbarsten wäre cs endlich, wenn wir unsere Kinder mit einer auf Unkcnntniß und Unwahrheit beruhende» Verachtung gegen alle nicht specifisch jüdische, gegen alle allgemein menschliche Wissenschaft und Kunst erfüllen wollten, und durch diese Verachtung sie vor׳ jeder schädlichen Berührung mit den wissrnschastltchcn Bestrebungen der Menschheit schützen zu können vermeinten, die freilich in ihren Resultaten nicht immer mit der jüdischeu Wahrheit zusammensallen können, weil ihnen die vorauszusetzenden Thatsachen der jüdischen Wahrheit fehlen. Unsere Kinder werden doch in dem Kreis der auf diesen Ergebnissen beruhenden menschlichen Verhältnisse sich bewegen, sie werden dem Strahle dieser menschlichen Weisheit doch, sei es in den Hörsälen der Wissenschaft, sei es in den Blättern der Literatur begegnen; und wenn sie nun dann zu der Einsicht gelangen, daß die Weisheit unserer Wetscn doch eine Wahrheit sei, die uns gelehrt שנתן מחכמתו לבשר ודם, daß Gott von seiner Weisheit den Sterblichen verliehen, siehe, dann werden sie diese menschliche Weisheit in eben dem Maße überschätzen, als bu sie sie verachten gelehrt, dann wird deine einfältige Klugheit sich ebenso verkehrt als strafbar erweisen. Strafbar, weil sie zum vermeintlichen Schutze der Wahrheit hie Lüge zu Hülfe gerufen; strafbar, weil du damit den Pfad verlassen, aus welchem deine Weisen ,-dir selber vorangegangen und vvrangeleuchtet. Verkehrt, weil du damit gerade das Gegcntheil bewirkt was du erreichen wolltest. Denn nun wird dein Kind, da es dich auf Täuschung oder auf klägliche Unwissenheit ertappt, den Tadel und die Verachtung, die nur auf dich und dein Verfahren fasten sollten, auf die jüdische Wissenschaft und Weisheit, auf die ganze jüdische Bildung und Erziehung übertragen, die es an deiner Hand genossen, wird mißtrauisch gegen das ganze jüdische Wesen werden, das— wie es nach deinem Verfahren nicht mit Unrecht schließen zu können vermeint — nur in der Nacht und dem Dunkel der Unwissenheit zu gedeihen vermöchte, und das sich selbst und seine Junger vor dem Lichte jeglicher Erkenntniß verschließen mußte, wenn es nicht selbst zu Grunde gehen wollte. Hättest du dein Kind.על פי דרכו gebildet und erzogen, hät-