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Jeschurun · 1862-07-01 · Heft 10 (Juli 1862) · p. 466

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 10 (Juli 1862)
Article
Thamus
Date
1862-07-01
Page
466 (sequence 4)
Language
German
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466 ThamuS. in welchem nur eine asketische, qlle Weitere Lebensfreude grämlich meidende Regel waltet, ist die geeignetste Stätte, bis zur Ausschwcifung leichtsinnige Söhne zu erziehen, weil es die Weisheit unserer Erziehungslehre vergißt: die Söhne על פי דרכם, nach Maßgabe ihres einstigen Lebensweges und für denselben zu erziehen und zu rüsten. Wer kannte nicht N. N. den herrlichen Mann mit dem jüdischen Geiste und dem jüdischen Wisse», der jüdischen Gewissenhaftigkeit und dem jüdischen Eifer, dessen Haus weithin leuchtete als exeniplarischeö Muster eines frommen jüdischenHauses, in welchem חורה gepflegt und מצות geübt wurden, und das wie eine Oase in den wüsten Erscheiuungen des Tages hervorleuchtet! Fern blieb von seiner Schwelle Alles, was auch mir den Anhauch einer unjüdischen Gestunung, etncr unjüdischen Lebensanschauung htneintragcn konnte, und wie der Vater einer der ersten und eifrigsten Vorkämpfer war in dem öffentltchen Leben der Gemeinde, alle ungesetzliche Neuerungen aus Synagoge und Schule fern und die religiösen Gemeinde-Anstalten der religiösen Gcsetzstchkcit treu zu erhalten, wie er in der jüdischen Unwissenheit das größte Uebel und in der sogenannten neuern Dildüng, die die jüdische Wissenschaft aus dein Kreise des Volkes vcrdrängt, eben darum den größten Feind des jüdischen Heiles erblickte, also war es ihm auch heiligste Gewisseussache seine Söhne nicht nur praktisch zur gewissenhaftesten Erfüllung der jüdischen Pflichten anzuhalten, sondern sie zu tüchtigen כני תוריה zu erziehen, das jüdische Schriftthum zu ihrer fast ausschließlichen Gcistes-Nahrung zu machen, und um sie vor dem Gift der neuern Bildung zu bewahren, schloß er sie nicht nur ängstlich von jedem Umgänge mit den ״Neuen" ab, sondern erfüllte sic auch mit einer geringschähendm Verachtung gegen alle, der göttlichen jüdischen Wissenschaft gegenüber, in Nichts verschwindende sonstige Wissenschaft und Gelehrsamkeit — Mau sagt, er sei an gebrochenem Herze» über den Gram gestorben, daß nicht ein Einziger seiner Söhne Jude in Gesinnung und Leben geblieben, vielmehr Alle, als Jünglinge und Männer in der Zettströmung zu Grunde gegangen, von welcher sie fern zu halten das ängstlichste Bestreben ihrer Jugenderziehung gewesen — Wer den Mann gekannt und seine Söhne kennt, wird nicht eben Grund haben an der Wahrheit dieses oa dit zu zweifeln.

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