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Jeschurun · 1862-07-01 · Heft 10 (Juli 1862) · p. 464

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 10 (Juli 1862)
Article
Thamus
Date
1862-07-01
Page
464 (sequence 2)
Language
German
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464 Thamil«. haben wird" — ״Habe bei deiner Erziehung immer die Zu- ..! kunft deines Kindes im Auge, und lasse die Vorstellung von diesem seinem künftigein Lebenswege dir den Maßstab für deine Erziehung geben —" Versuchen wir einige Federstriche aus der Anwendung dieses Erziehungs-Canons, die uns vielleicht zeigen dürften, wie Manches in der leiblichen, geistigen und sittlichen Pflege unserer Kinder anders und besser sein würde, wenn diese Regel immer die gehörige Beachtung fände. Greifen wir sofort eines der augenfälligsten Beispiele heraus, das auf dem offensten Markte des Lebens den Werth dieser Erzte- : hungsweisheit predigen dürfte. Wer wüßte nicht an allen zehn Fingern reich begüterte Häuser aufzurechnen, deren Glanz, ja deren respektabler Bestand die ersten Gründer nicht überlebte! Wer könnte nicht die Wahrheit mit zahl- , reichen Beispielen belegen, daß so selten die Wohlhabenheit sich auf : das erste Glied vererbt, und Kinder reicher Eltern so häufig in Leicht-! sinn und Elend verkommen l Und woher all dieser alltägliche Jammer? Die Eltern hatten unsere Regel und mit ihr — zu ״dividiren" vergessen. Sie hatten Hunderttausende und lebten wie Leute von Hunderttausenden. Die ganze Behäbigkeit und Varietät des Genusses, die nur Hunderttausende gewähren, war das Programm ihres alltäglichen Lebens. ״Wie sollten sie auch nicht! Soll man das Leben nicht genießen, nicht nach Dermögenskräften angenehm leben?" Wer weiß! Unsere Regel schüttelt bedenklich das Haupt. Sie hatten Kinder, und wie natürlich erwuchsen die Kinder in der ganzen behaglichen Atmosphäre einer Opulenz von Hunderttausenden, erhielten Gewohnheiten, Bedürfnisse, die nur in einer Atmosphäre von Hunderttausenden ihre Befriedigung finden können — und werden doch einst — nach der ganz gewöhnlichen Rechnung des einfachsten Nechenexempels: Wenn ein Vater Hunderttausend nnd zehn Kinder hat, wie viel wird einmal jedes Kind erben? - nach so vielen Hunderten zählen müssen, als die Eltern nach Tausenden zählten! Und wenn sie nun ihre Tausend- Lebensweise mit ihrem Hundert-Vermögen fortsetzcn möchten, und,"

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