Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Besuch des Prinzen von Wales in der Moschee von Hebron
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 460 (sequence 3)
- Language
- German
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460 Besuch des Prinzen von Wales sargen ähnlich und ist natürlich nur ein Art Cenotaph, der als Denkmal über der eigentlichen Grabstätte errichtet ist. Er ist aus überghpstem Stein öder Marmor und mit grünen, goldgestickten Tepptchen behängen. Die drei Teppiche dieses Grabes sind von Mohamed II. Seltm I. und dem verewigten Abdul Medschid geschenkt. Am Innern der Moschee zeigte man uns in derselben Weise die Gräber Isaaks Und Rebekka's. Dieselben sind in gesonderten Capellen angebracht und haben statt der silbernen nur eiserne Thüren. Rebekka's Heiligthum blieb uns aus demselben Anstandsgrunde wie das Sarah's verschlossen, und als wir Isaak besuchen wollten, bat man uns, dies ja nicht zu thun, denn es sei ein großer Unterschied im Char-akter der zwei ersten Patriarchen. ״ Abraham", hieß es, ״ist die Güte selbst und verzeiht jede Beleidigung; sprach er doch selbst gegen das Urthril Gottes über Sodom und Golnorrha. Isaak dagegen ist sprichwörtlich mißtrauisch und es ist sehr gefährlich, ihn zu reizen. Als Ibrahim Pascha seine ׳Gruft betreten wollte, wurde er von Isaak hinausgeworsen und stürzte zurück, wie vom Donner gerührt." Die Gräber Jakobs und Lea's befinden sich in ähnlichen Mauervertiefungen wie die Abraham's und Sarah's, aber in einem besonderen Gange, der Portal der Moscheh gegenüber. An Lea's Grab find, wie man-durchs Gitter sieht, zwei grüne Fahnen gelehnt, deren Bedeutung unbekannt ist. Jakobs Schrein enthält nichts Bemerkenswerthes. Josephs Grab — sein Leichnam wurde nach einer Landessage von Shechem nach Hebron übertragen — ficht man in einer überkuppeltcn Kapelle, die sich an die Außenwand der Südseite des Gebäudes lehnt. Es -hat weniger kostbare Verzierungen, als die anderen, und obgleich der Name seiner Frau (Zuleika nach muhamedänischer LeSart) in den Zeugnissen der Pilger, welche die Moschee besucht haben, mit verzeichnet wird, wird kein Grab Znleika's gezeigt. Bis jetzt (fährt das Schreiben fort) hatten wir kein Sterbens- Wörtchen über den Gegenstand gehört, der uns doch am meisten interessirtc — über die heilige Höhle selbst, in der, wie man glauben darf, wenigstens ein Mitglied der Patrtarchenfamilie, der einbalsamirte Leib Jakobs nämlich, unversehrt ruht. Wir fragten natürlich eifrig nach, bis man uns einen Blick hineinwerfen ließ. Im Innern der Moschee, an der Ecke des Abrahams-Schreines, befindet sich eine kreisförmige Oeffnung, etwa 8 Zoll im Durchmesser, deren