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Jeschurun · 1862-06-01 · Heft 9 (Juni 1862) · p. 459

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 9 (Juni 1862)
Article
Besuch des Prinzen von Wales in der Moschee von Hebron
Date
1862-06-01
Page
459 (sequence 2)
Language
German
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459 Besuch des Prinzen von Wales in der Moschee von Hebron. verrieth keine Spur feindlicher Gesinnung, außer in^bem sie sich von den Straßen fern hielt, als die Fremdlinge ankamen. Der Hügel-Abhang mit dem Felsen, in dem sich die doppelte Höhle Abrahams und die Gruft der erzväterlichen Familie, mit Ausnähme Rachel's, befinden soll, ist oft beschrieben worden. Nach Josephus umgaben die alten Juden die ganze Stätte mit colossalen Mauern, die noch heute stehen. Innerhalb dieser jüdischen Einfriedüng fanden Pilger des siebenten und achten Jahrhunderts schon eine christliche Kirche, die später in eine Moschee verwandelt wurde. Ob die Höhle im Gebäude zu, sehen war, darüber lassen uns die Berichte mittelalterlichen Reisenden im Dunkeln; aber daß sie sich darin befinde, das bezweifeltenHveder Juden noch Muselmänner, welche letztere statt ״Hebron" ״El-Khalil" (Gottesfreund) sagen. In diesen heilig gehaltenen Raum ist seit 600 Jahren kein Fuß eines Europäers, außer verstohlen, eingedrungen. Es gibt in neuern Zeiten nur drei Beschreibungen des Innern; die eine, kurz und verworren, ist von einem italienischen Bedienten des Herrn Bankes, der verkleidet hinein kam; die andere ist von dem Geistlichen Vere Monro, der aber nicht aus eigener Anschauung zu sprechen scheint; die dritte ist von Ali Bey einem spanischen Renegaten. Der Berichterstatter der ״Times" erzählt nun: ״Wir stiegen eine Treppe hinauf, deren Stufenzahl deutlich zeigt, daß die Moschee auf dem höchsten Hügelhang, also über der Höhle liegt und als wir in den Bereich der Moschee traten, empfing uns einer der Hüter, Abkömmling eines der Gefährten Muhamed's mit größter Artigkeit, obgleich seine Diener tiefe Seufzer ausstießen, so oft wir uns von einem geweihten Punkt nach einem anderen begaben. Wir gingen barfuß durch einen offenen Hof in die Moschee, deren Bauart den byzantinischen Ursprung verräth. Im Innersten der äußern Säulengänge befinden sich die die zwei ersten Gräber; in der Nische zur Rechten das Grab Abrahams, in der zur Linken das Sarah's, beide mit silbernen Thoren verschlossen. Den Schrein, der Särah's Grab enthält, ersuchte man uns, nicht zu betreten, weil es die Behausung einer Frau sei. Den Schrein Abrahams erschloß man nach einigem Zögern und nach einem Gebet an den Patriarchen, daß er den Eintritt erlauben möge. Die Wände des Grabgewölbes sind aus Marmor und das Grab selbst sieht den meisten muhamedanischen Stein-

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