Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Altjüdische Frömmigkeit
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 445 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Das Buch der Frommen. 445 ses Brod zum Genüsse, oder dieses Gebot zur Erfüllung zu geben. Gleiche aber jenen nicht, die nur aus Gewöhnung handeln und Worte sprechen, ohne die Gedanken des Herzens dabet zu haben. Darob hat ja Gott seinem Volke gezürnt und hat uns seinen Diener Jesatas mit den Worten geschickt: ״weil sich dieses Volk herangedrängt hat, mit Mund und Lippen mich geehrt, aber sein Herz blieb fern von mir und die Verehrung die sie mir brachten, war angewöhntes Menschengebot" — es hatte Gott zum Jesatas gesprochen: Stehe, Jesaiaö, was meine Kinder thun ist nur äußerlich, und sie halten daran wie ein Mensch, der die angewöhnten Sitten seiner Väter beibehält, — sie kommen in mein Haus und beten vor mir die bestimmten Gebete nach väterlichem Brauch, allein nicht mit ganzem Herzen — sie waschen sich die Hände und sprechen על נטילה ירים, brechen das Brod und sprechen essen, trinken und sprechen Berachoth wie es ihnen geläufig ist, allein indem sie Segenssprüche sprechen, denken sie gar nicht daran mich zu segnen: — darum zürnte er und schwur bei seinem großen Namen, die Weisheit seiner Weisen, die ihn erkennen und doch nur gewohnheitsmäßig, andachtlos Berachoth sprechen, vergehen zu lassen. Denn also heißt es weiter: ״Darum lasse ich an diesem Volke das staunenswertheste Wunder sich vollziehen, daß die Weisheit seiner Weisen zu Grunde gehe und der Verstand seiner Einsichtigen sich verberge." Darum haben die Weisen so sehr gewarnt: liebe alle Uebungeu um ihres Ur- Hebers willen! Denn Alles was Gott in seiner Welt bewirkt hat, hat er um seiner Ehre willen hcrvorgerufen. Mache sie nicht zum Kranze dich zu schmücken, daß du etwa Mtzwoth vor Menschen übest um bei ihnen damit Ruhm zu finden; denn damit erreichen wir nicht das Wohlgefallen unseres Schöpfers,'da wir seinen Dienst nur um des Wohlgefallens der Menschen willen üben, und der Lohn, den wir vergebens erhofft, wird uns nicht werden. Vielmehr je ungesehener Jemand seine Pflichten übt, um so höher steigt sein Verdienst, und am Ende kommt er doch in Folge der Umstände zu Ehren. סוף דבר הכל נשמע übersetzt הרגום ירושלמי : Alles, was tu dieser Welt geschieht, kommt zuletzt zur größten Oeffentltchkeit. 25 (47). ״Er belehrt uns durch die Thiere der Erde und macht uns durch Vögel des Himmels weise" — Lehre deinen Sohn treu sein so