Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1862)
- Article
- Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen
- Date
- 1862-06-01
- Page
- 437 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Versuch. 437 Glied desselben Begriffkreises dar. Unter diesen Wurzeln sind uns nun חכך und חקק am klarsten. הך Gaumen, ist das Organ derPrüfung des für die Assimilisativu mit dem Körper Geeigenten oder Ungeeigenten. חכך, die Gamnen-Thätigkeit, ist somit: prüfend entscheiden, was dem Wesen eines Objektes, spcctell dem Leibe, gebührend ist oder nicht, was er ausnehmen oder zurückweisen soll. Dasselbe, was hier organisch vorgeht, bezeichnet aber sofort חקק als Vorgang des prüfend entscheidenden Verstandes für die freie sittliche Menschenthat oder die gehorchende Weltordnung. Denn חקק ist ebenfalls nichts anders, als Festsetzen was einem Objekte oder Verhältniß gegeben werden soll oder nicht. חק ist wesentlich die Gebühr. Vgl. ח ק לכהנים חקך וחק בניך ,לחם חקי ,מאח פרעה. u. s. w. Und auch für die sittliche That weisen im Allgemeinen חקים die Objekte an, denen die Thätigkeit sich zuwenden soll und von denen sie sich fern zu halten hat. Ganz dasselbe sind für die Weltordnung die חקח שמים וארק, die allen Kräften Ziel und Spielraum, das Maß und die Grenze der Wirkung, somit das Bereich des zu Erreichenden und Nichtzuerreichenden setzen. Was der Gaumen für den Leib vollbringt, das hat die Weisheit des Schöpfers für Natur- und Menschenthätigkcit, aus dem tiefinnersten Wesen eines jeden Verhältnisses heraus vollbracht, und es in חקי ם hier festgestellt und dort ausgesprochen. Ganz dasselbe wäre nun aber auch חיי als wesentlichstes Attribut des נפש. Ist נפש der zum selbstständigsten Einzeldasein von dem übrigen Weltganzen sreigelöste Punkt, so giebt ihm ״n die Kraft, mit selbstbewußter prüfender Thätigkeit das ihm sich Eignende aufzunehmen und das nicht sich Eignende abzuwehren. Dieses freithätige Anfnehmen und Abstoßen heißt: Leben. Mit ihm ist die נפש in die Obhut und Pflege der eigenen Thätigkeit gesetzt. Willkürliche Bewegung — gewöhnlich als Merkmal des Lebens ausgestellt — ist nur Aeußerung dieses selbstständigen Aufnehmeils und Abwehrens. Denn alle willkürliche Bewegung ist nichts, als ein selbstbestimmtes Streben zu oder von einem Gegenstände. Das charakteristische Merkmal, ja mehr als das, der Begriff des Lebens ist aber nicht Bewegung, sondern die aufnehmende und abwehrende Thätigkeit- Demgemäß haben wir auch den Begriff חננ aufzufassen. Während חגג einerseits die Kreisbewegung ist — ינועו יחוגו בשבור — und hiermit auch מחוגה ,חוג, Kreis und Zirkel verwandt ist, — heißt