Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 7 (April 1862)
- Article
- Altjüdische Frömmigkeit
- Date
- 1862-04-01
- Page
- 336 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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336 MMsche FrömmlMt. Gesammtheit verdient machen, wie er zur Heiligung des göttlichen Namens beitragen nnd sich für Gottes Sache aufopfern könne, wie Ptnhas sich aus Gottesltebe hingab um für die Heiligung feines Namens in die Schranken zu treten. Es wird ihn kein Geldeswerth reizen wo Verztchtlcistung auf Vorthcil Heiligung des göttlichen Namens wäre, wie Abraham nichts ״von Faden bis Schuhriemen" nahm, wie Eltscha die Annahme der Geschenke Naamons verweigerte. Er wird Thoralernen nicht um irgend welche Vergnügungen und Unterhaltungen unterbrechen. Er wird auf Tändeleien, Frauenblick und Musikgenuß verzichten um seinem Herzen die Uugcthetltheit in der Gottesfreude und in dem Mühen und Streben für Gott gefällige Werke zu erhalten. Er wird sich ein Beispiel an Diener sterblicher Könige nehmen. Wie sind solche Königsdiener nicht bemühet Königs Willen zu erfüllen und Etwas zu thun was dem Könige wohlgefällt, und wie finden sie schon ihre Freude und ihren Lohn darin, wenn ihr Streben und Thun von Königs Auge bemerkt wird — und das ist doch ein Mensch, einst Moder und Würmerkost wie er! Mit welch unvergleichlich sreudigerm Streben und Eifer wird er um Gottes, seines ewig lebendigen Schöpfers willen bemühet sein und eifrig darüber nachsinnen, wie er das Verlangen seiner Gebote vollbringen und erfüllen könne. Wer Gott aus Liebe dient, beschäftigt sich mit der Erkenntniß und Erfüllung des Gesetzes, wandelt in den gebühreudsten Pfaden der Weisheit, beschäftigt sich mit der Lehre und liebt Gott eine solche reine Liebe, die weder aus Furcht vor irgend einem Uebel noch aus Hoffnung auf irgend ein zu erwerbendes Gut entspringt, sondern Gott in Wahrheit dient, weil Gott die Wahrheit ist und die Wahrheit sich am Ende durch sich selbst bewährt. Die Liebe zu Gott hat eine solche Hohe zu gewinnen, daß sie wie die Liebe zu einem Weibe den Menschen ganz beherrscht. Wenn diese das Herz so zu erfüllen vermag, daß diese Liebe es nie verläßt und wachend und schlafend, daheim und in der Ferne das Bild des geliebten Gegenstandes die Gedanken beschäftigt, so soll die Gottes-Liebe in dem Herzen seiner Freunde in noch weit höherm Grade diese Macht ausüben, wie die Anforderung lautet, Gott zu lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Daher konnte Salomo auch Israel im Bilde von dieser Liebe sprechen lassen: denn liebeskrank bin ich, חולת אהבה אני. Nun ist