Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 6 (März 1862)
- Article
- Adar
- Date
- 1862-03-01
- Page
- 274 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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des und Zöglings, das die einzige Und unersetzbare Oüelle jenes Gehorsams bildet, der auch gehorcht, wenn du nicht da bist, der auch gehorcht wenn du weder von dem Gehorsam noch Ungehorsam je etwas erfährst» der auch gehorcht, wenn zwischen Kind und Erzteher Meer und Länder, Grab und Ewigkeit liegt. Als Josef die dem Jüngling schwerste Prüfung verlockender Sinnlichkeit zu bestehen hätte, erschien ihm nach dem sinnigen Wort der Weisen — das Bild des fernen, fernen Vaters und schreckte im Momente des Schwankens ihn zurück von der Sünde und ließ das : 'איך אעשה הרעה הגדולה הוארו וחטאתי לאלדי, das: wie sollte ich ein so großes Unrecht begehn und mich gegen Gott versündigen?! in seiner Brust Meister uud Sieger der Sinnlichkeit und ihrer Reize bleiben» und erhielt den Jüngling seiner reinen, geistig großen Bestimmung. Dafür sorge Vater und Mutter, sorge dafür, daß das Bild, welches du durch dringanzes Leben in das Gemüth deines Kindes von deinem geistigen und sittlichen Wesen eiuprägest, ein reines, ehrfurchtgebietendes sei, und du wirst, das bloße Andenken an dich Wird dein Kind bis in die tiefste Faser seines innersten Wesens beherrschen. Es ist somit ein ernster, großer Augenblick, in welchem Gott eine junge Menschenscele einem Vater, einer Mutter zur leiblich geistigen und — beides vermittelnd und durch Beides zu erzielen, — zur sittlichen Pflege in die Arme legt. Es ist eine ernste große Aufgabe, die er ihnen mit diesem Vertrauen giebt, eine Aufgabe/ die sie zuerst an sich selber zu losen Haben. Nicht nur weil sie diesem Kinde die geistigen und sittlichen Führer zu allem geistig und sittlichen Guten und Wackern werden sollen, müssen sie sich fortan selbst die größte Meisterschaft im geistigen nnd sittlichen Guten und Tüchtigen wünschen, und darum schon um ihrer Kinder willen um allen Preis anzueignen suchen z nicht nur weil das Beispiel, die That, das Wort, die Miene, den mächtigsten Eindruck auf die weiche Ktnderseele übt, und, damit sie nicht selber die Seele ihres Kindes geistig und sittlich vergiften, Eltern und Erzieher mit doppelter Aengstltchkeit jede ihrer Thaten, Worte, Mienen und Geberdcn überwachen müßten, damit sie ihren Kindern und Zöglingen nicht das Beispiel sittlicher Schwachen und Untugenden — doppelt verderblich wenn von Eltern und