Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 6 (März 1862)
- Article
- Adar
- Date
- 1862-03-01
- Page
- 272 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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270 Ädar. ' ten Erde um des Menschen willen Fluch bringen, selbst wenn bas Herzens-Gebilde des Menschen schon von seiner Jugend an schlecht sein sollte, d. h. selbst wenn einmal die Verderbniß die Hohe erreicht haben sollte, daß schon die Jugend, die sonst noch am meisten für Edles und Gutes, sittlich Großes und Erhabenes empfänglich zu sein pflegte, nur schlechte Zwecke anstreben, sich nur Schlechtes und Gemeines zu Lebens-Idealen, somit zu Gedankenbildern setzen Mel Es wäre so Hiermit gerade die, gottlob ja auch noch heute von aller Erfahrung bestätigte Wahrheii niedergclegt, daß das Schlechte und Gemeine dem Menschen anerzogen, nicht angeboren werde, daß der Knabe und Jüngling viel aufopferungsfähtger und hingebender ist für alles Edle und Erhabene, Freude und Seligkeit in guten Vorsätzen, in sittlichen von ihm selbst zu verwirklichenden Idealen findet, mit Bewunderung und Verehrung hinaufblickt zu jeder menschlich reinen Größe, sich vor dem geistig Großen und Erhabenen beugt, und mit Ekel und Entrüstung den Stab bricht über alles Schlechte und Gemeine. Das sittliche Urtheil der Kinder ist scharf, das Gemeines und Schlechtes verdammende Urtheil der Jüngling ist rasch und scharf — die Gemeinheit des Lebens dämpft das Feuer, stumpft die Schärfe ab, läßt ״Tugend-Verehrer" als lächerliche Schwärmer erscheinen und macht die für Großmuth und Seelenadel glühenden Gemüther zu schmutzigen Pfennig-, table d’h6te=unb so wetter-Anbetern, die keine andere Große kennen, als recht viel haben und recht viel und recht lange zu genießen — Jugend hat keine Tugend, sagt man. Ja wohl, aber möchte sie haben. Das Alter aber hat keine und mag keine und hält Tugend für eine gefährliche kostspielige Narrheit — Gottlob, ein nicht vorhineingenommener Blick in eine gesunde Ktnderschaar läßt noch heute das Bekenntniß unseres wachgewordeneu Bewußtseins rechtfertigen: א, גשמה שנחת בי טהורה היא! Mein Gott, die Seelen, die du uns gegeben, sind rein, sind — wie das Wort so schön bedeutet — klar, durchsichtig, empfänglich für jeden leuchtenden und belebenden göttlichen Strahl. Wenn wir nichts tangen, sind wir schuld daran, und — um endlich zu unserm Gegenstande zurückzukehren — wenn unsere Kinder uns nicht gehorchen, sind wir auch schuld daran. Meint Ihr, Gott der Herr, habe seinen Menschheit-Bau, jeues