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Jeschurun · 1862-02-01 · Heft 5 (Februar 1862) · p. 260

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 5 (Februar 1862)
Article
Deutschland : Wien, 19. Jan. [Nachricht]
Date
1862-02-01
Page
260 (sequence 2)
Language
German
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260 vtrt, und während in finanziellen Kreisen der Vorschlag lebhaft diskutirt wird, zur Erleichterung der schwerbedrängten Staatsfinanzen das Kirchenvermögen mit einer Anleihe zu belasten. Dieses Borgehen scheint allerdings die Behauptung zu bestätigen, daß man in den höheren clericalen Kreisen und specicll in Rom fest entschlossen sei, auf keine Modiftcaton des Concordats etnzngehen und alle dahin zielendes Anträge und Vorschläge rund abzuweisen. Nicht zu übersehen ist dabei, daß keines der czechischen Blätter gegen diese Erlässe die leiseste Opposition erhebt, ein Beweis, daß die offenkundige Allianz des Cleruö mit der czechischen Op- Position auf Gegenseitigkeit der Leistungen beruht. Wie der Clerus die nationale Sache mit Nachdruck unterstützt, im Beichtstuhl, aus den Kanzeln und im persönlichen Verkehr, so lassen ihrerseits die czechischen Nationalen den Clerus ungehindert auf seiner Bahn voranschreiten oder vielmehr zurückschretten (B.Sp.Z.) Wien, 21. Jan. In Triest hat die Jsraelitenfrage einen großen Wirrwar in der Stellung der Parteien und Nationalitäten angerichtet. Nicht nur das alte Casino hat mit einer Mehrheit von 63 Stimmen beschlossen, an seinem Principe, keinen Juden zuzulassen, festzuhalten; sondern auch das frühere deutsche, jetzt namenlose Casino hat eine ähnliche Resolution gefaßt. Prag, 8. Jan. In der jüngsten Sitzung des Professoren- Collegiums der hiesigen rechts- und staatswissenschaftlichen Facultät gelangte die Frage zur Sprache, ob ein jüdischer Professor als Promotor fungiren könne? Den Anlaß zu dieser Discussion bot die Ernennung des Dr. Wolfg. Wessely zum ordentlichen Professor an dieser Facultät. Nach den Statuten unserer Universität ist nämlich jeder Akatholik von der Würde des Rectors, Prorectors und Decans ausgeschlossen, dagegen können protestantische Professoren als Promytoreu fungiren. Wie begreiflich, war es das Consistorium, das sich zumeist gegen die Zulassung des Dr. Wessely sträubte, dagegen sollen sich die meisten Professoren und besonders die deutschen für dieselbe ausgesprochen haben. Die endgiltige Entscheidung dürfte wohl von: Staatöministertnm abhängen. (C. Oest. Z.) Die ״Neuzeit" theilt folgenden von hoher Humanität zeugenden Tagesbefehl des Herrn F.-Z.-M. Benedek mit: InKenntniß gesetzt, daß die Soldaten mosaischen Glaubensbekenntnisses, angeblich wegen Mangels an Uebereinstimmung der diesfalls festgesetzten Stunden, nach ihrem Ableben in Militärspitälern auf dem zuständigen Friedhofe ohne Conduct in der Stille beerdigt werden, finde ich zu befehlen, daß, nachdem der mosaische Ritus jede Stunde des Tages zur Beerdigung der Glaubensbrüder zuläßt, diese stets mit dem reglementsmäßigcn Condukt er-

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