Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1861)
- Article
- Altjüdische Frömmigkeit
- Date
- 1861-12-01
- Page
- 137 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Altjüdische Frömmigkeit. 137 noch als Jene ihre Frömmigkeit üben würden. Mit Rücksicht aus solche ward das ״Buch der Frommen" geschrieben, damit Gottesfürchttge und alle, die zu ihrem Schöpfer aufrichtigen Herzens zurückkehren, darin lesen und daraus erkennen mögen, was ihnen'zu thun, und wovor sich zu hüten ihnen obliege. Für Nicht-Fromme ist dies Buch nicht geschrieben. Denen wird vieles darin Enthaltene als Thorhett erscheinen, und wenn man thneu davon spricht, werden sie cs sich zum Gespötte nehmen. Von thnen spricht schon Salomon's Weisheit, ״vor den Ohren eines Thoren rede nicht u. s.w," Hat doch auch Salomo sein Buch der Sprüche nicht für Nichtfromme geschrieben; hätte er diesen auch seine ganze Weisheit gepredigt, sie hätte es nicht zu Wege gebracht ihren Sinn zu bessern und sie zurückzuführen. Sondern für brave Menschen schrieb er, die an Gottes Wegen Freude stnden, damit sie immer erkenntnißreicher, einsichtsvoller und vernünftiger werden. Sind ja überhaupt, »ach den Worten der Schrift, die Wege Gottes gerade, Gerechte wandeln in ihnen, Schlechte straucheln in ihnen: also sind die Wege der Frömmigkeit, der bescheidenen Demuth und der Gottesfurcht ein Stein des, Anstoßes den Schlechten, aber den Gerechten Erhebung und Aufrichtung. 2 (8). ״Der Gerechten Andenken zum Segen",heißt es selbst vom Andenken.sterblicher Menschen, um wie viel mehr darf der Name des ewige» allmächtigen Gottes nie uuser Ohr oder unsere Lippe beruhre», ohne von uns gesegnet zu werden. Der Fromme spricht nie ״Gott" ohne ihn zu denken, und denkt nie ״Gott" ohne ihn, seinen ewig lebendigen Schöpfer, aus tiefster Seele zu segnen und diesem Segen auch Ausdruck zu leihen. 3(°). Das Gebot הוכח תוכיח אח עמיתך verpflichtet uns, einen Jeden unserer Brüder, den wir in Erfüllung irgend einer der göttlichen Gesetze läßig oder leichtsinnig sehen, zu ermahnen. Wer, lehren die Weise», irgend einen seiner Brüder ermahnen könnte und unterläßt cs, wird für dessen Vergehen mitgestraft. Wer, so lehren sie, seine Hausgenossen ermahnen und bessern könnte und unterläßt eS, wird für die Glieder seines Hauses mit zur Rechenschaft gezogen; unterläßt er es gegen die Bewohner seiner Stadt, trifft ihn die Mitschuld