Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1861)
- Article
- Die Juden im Ghetto zu Rom und die heilige Inquisition
- Date
- 1861-12-01
- Page
- 126 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden im Ghetto zu Rom und die Wenn man in Rom über den Ponte Sisto nach dem jenseits der Tiber gelegenen Stadttheil geht, so kommt man durch mehrere lange, schmale Straßen aus einen kleinen, unschönen Platz. Auf dem kleinen Platz steht ein palastartiges Gebäude im Baustyl des fünfzehnten Jahrhunderts. Die Zeit hat seine Mauern mit ihrem eigenthümltchen, dunkeln Cvlorit gefärbt, der ornamentale Schmuck ist hie und da heruniergefallen, und die Fensterbogen und die mit Wappen geschmückten, hohen Portale bieten den Anblick des Derfallens und der Verkommenheit. Das große Gebäude ist der Palast Cenci, einst der Schauplatz einer furchtbaren Tragödie, welche durch Shelley's geniale Feder und in den drei berühmten Bildern des Palastes Barberini ewig leben wird. In diesen Mauern wohnte Beatrice Cenci, die schone und tugendhafte Römerin, welche ihr eigener Vater, ein reicher und wegen seiner moralischen Verworfenheit in Rom allgemein verabscheuter Patrizier, mit seinen Blutschänderischen Nachstellungen verfolgte. Der alte FranceSco Eenci ging in seiner Verworfenheit so weit, sich seiner beiden ältesten Söhne durch gedungene Banditen zu entledigen, und nun konnte sich Beatrice seinen Nachstellungen nicht anders entziehen, als dadurch, daß sie selbst zu *3 Aus der Gartenlaube.