Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Italien : Venedig [Nachricht]
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 100 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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100 blik. Sein Patriotismus sprach sich nicht in nichtigen Declamätioncn, nicht in wüthenden Ausfällen gegen die Feinde seines Vaterlandes, nicht in überspannten Lobeserhebungen aus; er gab sich vielmehr in dem ausdauerndsten Bestreben kund/ die Geschichteter Vene'tianer auf der solidesten Basis aufzubaue» ' und alles mystische Dunkel mittelst kritischer Sichtung und gewissenhaften Aufnehmcns und Ausschcidcus aus derselben zu bannen. ״Der Erfolg, den das schone Werk erzielte, brachte den Verfasser in Berührung mit den hervorragendsten Geschichtsforschern unserer Zeit, sowie mit Notabilitäten aller gebildeten Nationen, und nicht nur in Italien, sondern auch in den verschiedenen von ihm bereisten Ländern wurde der veuettanische Historiker mit der auszeichnendsten Anerkennung behandelt. ״Romanin hinterläßt eine trauernde Wtttwe; mit Kindern war seine sonst sehr glückliche Ehe nicht gesegnet; von seinen Geschwistern lebt nur noch eine Schwester; zwei Brüder, deren einem er bereits eine glänzende Laufbahn erschlossen hatte, sind ihm im Tode vorangegangen. Friede seiner Asche!" Turin. Die Liste ausgezeichneter jüdischer Soldaten in unserer Armee ist immer im Zuwachs begriffen und mit Freuden derzeichnen wir aufs Neue verliehenen Ehrenzeichen. Die silberne Ehrenmedaille der Tapferkeit wurde dem Capitain der Infanterie Ariel David verliehen, für den Feldzug in Süd-Italien, — die silberne Medaille dem Herrn Segre Lazarus, einem der süditalienischen Freiwilligen, — Ehrende Erwähnung dem Fourier Carmt Pietro. Neapel. Mau schreibt dem Educatore Jsraeltte aus Neapel: Der heilige Versvhmmgstng hat dieses Jahr mir neue und erfreuliche Eindrücke gebracht. In dem Palaste Rothschild ist hier die Versammlnng der Glaubensgenossen, welche von diesem berühmten Hause eingeladen worden, um dort den heiligen Gottesdienst zu feiern. Ich war dort znm erstenmale und ich schien mir in einem fürstlichen Schlosse zu sein. Es wurden dort viele, insbesondere toscanische Glaubensgenossen, einige auch von deutscher Herkunft, aufgerufen. Wer -einige Augenblicke ausrnhen wollte, erging sich in einem naheliegenden, glänzenden Salon, oder spazierte in einem paradtesähnlichen Garten. ׳ Abends wurden Alle mit Speis und Trank zum Anbiß vom Fasten bewirthet. Das Ganze, kann ich Sie versichern, ist mir eine liebe Erinnerung geblieben. . Frankreich. Im Hospital Laribossisre ist ein jüdisches Mädchen im Angenblick des Todes bewußtlos und willenlos getauft worden. Die Familie prvtcstirte und erklärte, sich nicht durch einen Akt gebunden halten zu müssen, der in einem Augenblick vollzogen worden,