Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Wie gewinnen wir das Leben für unsere Wissenschaft?
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Lange hat uns nichts so sehr mit tiefer Wehmuth erfüllt, als das Rundschreiben eines Oberrabbinen einer großen, sehr großen Gemeinde, welches derselbe in diesen Tischri-Tagcn an ״die Gläulügen seines Sprengels" erlassen und welches uns in dem jüngsten Monatshefte des Univers Jsraelite vorliegt. Wie der Landvogel, den die rücksichtslose Industrie der Menschen eine Mutter von Wasser-Enten werden ließ, — da steht nun die Mutter am Ufer, sieht ängstlich die ganze Kinderschaar ihrer Brut munter ans dem i h r fremden Elemente dahin plätschern, sie schlägt vergcbenst in Mutter-Angst ihre Flügel, die Jungen verstehen gar nicht ihre Angst, sie fühlen sich so wohl und behaglich in dem der Mutter versagten Elemente, sic ruft sie vergebens zurück, sic preist ihnen vergebens die Annehmlichkeit und Sicherheit des festen Bodens, sie spricht ihnen vergebens von den Gefahren des wcllenbewegten Stromes — sie rauschen dahin, vcrstehen weder die Mutter noch ihre Angst weil ein ganz anderer, Geist in ihnen lebt und sie ihrer innersten Natur nach ihrer Mutter fremd geworden — also — man verzeihe uns das Glcichniß — also steht im Tischrt Eintausend Achthundertsechszig und Eins eine rabbinatliche ״Seelsorge", trotz allen gottesdienstlichen Gepränges, trotz allen 6