Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 2 (November 1861)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1861-11-01
- Page
- 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 63 ihn fest tm Guten und für das Gute werden, so muß die Erziehung selbst nicht schwankend und veränderlich sein, so darf nicht Schwäche und Laune, ebenso wenig aber auch Eigensinn und Härte die Erziehung, leiten. Das Gute allein, d. t. das Gott gefällige Ziel muß über den Erzieher und den Zögling gebieten, von diesem Ziele muß der Erzieher sich selbst mit entschiedener Hingebung leiten lassen, wenn er für dieses Ziel alle Kräfte seines Zöglings mit weiser, die schwanke und veränderliche Natur des Zöglings berücksichtigender Festigkeit gewinnen und festigen will. Und nicht nur während des eigentlichen Geschäfts der Erziehung und für dieses Geschäft hat der Erzieher sich selbst unter die erziehende Leitung des Guten fest und beharrlich zu stellen.אומן, nicht 2א2ין heißt der Erzieher. Diese intransitive Form enthält die tiefe, Alles bedingende Wahrheit: Wer ein Kind zum Guten erziehen will, muß erst selbst ״gut" se'in, muß erst selbst mit Festigkeit und Beharrlichkeit im Dienste des Guten stehen. Das Geschäft des Erziehers mißlingt, wenn der Zögling den Erzieher selbst auf Abwege ertappt, wenn der Erzieher im eigenen Leben nicht die Consequcnz, die Festigkeit und Beharrlichkeit im Guten und für das Gute an den Tag legt, die er von dem Zögling fordert, wenn er nicht selbst im eigenen Leben die ״Selbstbeherrschung" übt, die er vom Zögling verlangt. Viel tiefer und bleibender erzieht oft der Erzieher da den Zögling, wo er ihn eben nicht zu erziehen vermeint, wo er der eigenen Pflicht und Lebensaufgabe gegenüber steht und das indirekte Beispiel des אומן ist oft ein viel wirksameres, jedenfalls ein ebenso kräftiges Erziehungsmittel der אמגה, als das unmittelbar an den Zögling gerichtete Wort und das unmittelbar ihn bearbeitende Werk. Wir haben es oben eine Frage in Paranthese sein lassen, wie wir uns den zu erziehenden Zögling zu denken hätten, vor uns ״stehend" oder ״liegend"? Wir wollten damit nichts Anderes als die Frage andenten: wie früh das Geschäft der. Erziehung zu bcginnen wäre, und haben damit eine Frage angebeutet, deren Bcantwortung von entscheidender Wichtigkeit für das ganze Erzichungsgeschäft ist, das häufig nur deßhalb nicht zu dem erwünschten Ziele führt, weil man sich eben diese Frage nicht zeitig genug stellt, oder sie