Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Erinnerungen aus Brüssel [Nachricht]
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 50 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Corresponvenz. ob es nicht Sitte sei, besonders da auch Kinder bei Tische sind, den Segen nach dem Mahle zu sprechen. En bonne societd 011 ne'se gene gueres, et le bon Dieu est, eertes, la rneillenre soeiät^, erwiederte mir die Dame, d. h.iu guter Gesellschaft genirt man sich nicht, und der liebe Gott ist gewiß die beste Gesellschaft. Wir sind keine, steifen Deutschen, wir Franzosen lieben weder gesellschaftliche noch religiöse Ceremonie. Zudem fügte sie hinzu, blättern Sie den Katechismus unsers Herrn Rabbiners durch und Sie werden fast nicht eine einzige Ceremonie erwähnt finden. Mit Blitzesschnelle verschwand sie und in einem Nu war das sogenannte Religionsbuch in meinen Händen. Ich durchlief es und überzeugte wich, daß mit den religiösen Ceremonieen keine Ceremonien gemacht wurde; denn ich fand wirklich keine einzige erwähnt. Hatte ich nicht häufig den Namen Moses und Israel darin gelesen, wäre nicht immer von israelitischem Volke und israelitischer Religion die Rede, so hätte ich wahrlich nicht geglaubt, daß der Katechismus für jüdische Schulen׳ geschrieben sei. Wie aber Moses sich in diese Wortwüste verirrte, um die belgische Glaubensheerde zu weiden, ist mir ein Räthsel. Der Titel des Katechismus ist דרך האמונה der Weg des Glaubens. Ich aber sage בדרך אחד י2א אלינו ובשבעה דרכים ינוס לפנינו Ich werde später ausführlicher darüber sprechen. Me Sie aus der Aufschrift bemerken, schreibe ich Ihnen aus Holland, wo ich meinem Holländer begegnete; ich werde ihn Ihnen in meinem Nächsten wieder vorführen.