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Jeschurun · 1861-10-01 · Heft 1 (Oktober 1861) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 1 (Oktober 1861)
Article
Tischri
Date
1861-10-01
Page
8 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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8 Tischri. des, phantastisches Träumen und Fühlen, da soll nicht das Gemüth mit dem Kopfe davon laufen, sondern durch das, was die Hellen Sinne erfahren, der klare Verstand ersaßt, der denkende Geist in Grund und Folge gewürdigt und stets aufs neue für die treue und immer treuere Verwirklichung zu denken, zu begreifen und für die Würdigung eines jeden gegebenen Momentes als Maßstab im Geiste zu construiren hat, soll das Gemüth ergriffen, das Herz bestimmt und der ernste kräftige Wille erzeugt werden, das irdische Leben nach jenem zum Verstände gesprochenen Gotteödiktat zu gestalten. Klarer Verstand und thatkräftiger Wille, das sind die Potenzen, auf welche die ״jüdische Religion" rechnet; Herz und Gemüth sind ihr nur die Vermittele! des Verstandes zur That. Nicht ״Glauben", sondern ״Wissen", nicht ״Fühlen", sondern ״Wollen und Vollbringen", das sind die Energien in welchen die ״jüdische Religion" zu Tage tritt. Und eben darrim ist sie keine Religion, läßt sich nimmer mit allem dem verquicken, was man auf andern ״religiösen" Gebieten als das ״Wesen der Religion" Präconisirt. Wer das Judenthum zu einem von der ״Wissenschaft" getrennten ״Glauben" herabzieht, wer die Trennung des Glaubens von der Wissenschaft auch auf jüdischem Gebiete zur Geltung bringen will, wer die ״religiösen Gefühle", die Regungen des ״Gemüthes", die ״im Volke lebenden Gefühle" u. s. w-, wer diesen ganzen lichtarmen, gedaukenscheuen, in andächtigen Regungen, gläubigen Rührungen, begrtffslosen Empfindungen sich ergehenden Subjekttvtsmus einer unklaren Seelenthätigkeit an die Spitze auch des jüdischen ״Glaubens" stellen, und in ihr die Anforderungen auch der jüdischen ״Religion" gipfeln lassen will, der gehört nicht zu den ״Priestern des Herrn", der gehört zu den Pfaffen des Heidenthums, die für die Verehrung ihrer Wahngeburten auch nur auf die Regungen und Rührungen, auf die dunklen Empfindungen und Gefühle spekultrten, deren Erndtefeld darum auch vornehmlich der Schmerz und die Trauer, der Jammer und das Elend war, von denen es heißt: ״wenn das Volk über sich trauert, dann freuen sich darüber seine Pfaffen, weil damit seine weltliche Ehre in die Brüche gegangen"— כי אבל עליו עמו וכמריו.עליו יגילו על כבודו כי גלה‘ממנו — und die eben darum auch wohl ״ ,"כמרים״Gefühls-Hierophanten" genannt wurden, genauer noch: ״Gefühls-Fischer^, — כמר heißt Gefühlsregung und

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