Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- Deutschland : Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 645 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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645 Md Freiheit ,schwärmenden, rückhaltlos offenen Magyaren, die plötz׳ lieh dem Rechte gegenüber, dem die Kraft der nachdrücklichen Vortretung nicht zur Sette steht, dem Rechte der Schwächern gegenüber, d!e r Anden die auf allen Schlachtfeldern für -sie.geblutet, tausendfaltig Leben und Vermögen für sie aufs Spiel .gesetzt, nüchtern und von gemeinstem Kramersinn erfüllt sich aus den Boden des niedrigsten, mit Recht und Wahrheit schachernden, beschränktesten Zunftneides stellen zu sehen! Der Eindruck, den dieser Beschluß, der durch!die liberalen, ihn nothdürftig pi verhüllen bestimmten Phrasen nur um so crasser hervortritt, überall hervorrtes, muß den Führern des ungarischen Landtages doch als ein so bedeutender erschienen sein (obgleich in dem Comitö einige der hervorragendsten Mitglieder saßen), daß eine der letzten .Kundgebungen des nunmehr aufgelösten Landtags unmittelbar vor seiner Auflösung die war, er -habe, wenn ihm nur Zeit gelassen wäre, die völlige Gleichstellung beabsichtigt gehabt. Die wirklich seltene, vielfach bewiesene Disciplin des Landtags überhebt uns glücklicherweise jeden Zweifels an der Aufrichtigkeit dieser Manifestation; als offene Frage, ohne Rücksicht auf das Ausland behandelt, hätte, Allem nach die Emanctpation vor dem Forum dss ungarischen Landtags ein ebenso ungünstiges Geschick gehabt, wie vor dem so vieler anderen, über ich re Interessen sehr erleuchteten Versammlungen. Prag, 1. Aug. Unsere Stadt war gestern Abend der Schauplatz eines And enkr avalls. Eine Prügelei im Ghetto, die in Folge der Verhöhnung eines Trödlers von Seiten eines Hausknechts entstand und bei welcher letzterer übel zugerichtet wurde, bot die Veranlassung zu einem Auflaufe gegen das Zud.enviertel. Man hatte nämlich sofort das Gerücht ausgesprengt, in dem Ghetto sei ein Ehrist von einem Anden erschlagen worden, das sich blitzschnell -mit allen erdenklichen Vergrößerungen verbreitete. Damit war das Signal zum Aufbruch der aus der Arbeit heimkehrenden Proletarier nach der Judenstadt gegeben. Dichte Haufen strömten nach dem Judenviertel, durchzogen lärmend (die Straßen, wobei das neue schmutzige Volkslied ״Pinkel husi“ gesungen wurde, warfen die Scheiben ein und versuchten Läden und Vorthore zu zertrümmern, so daß die Zugange zu der Zndenstadt durch die Polizeiwachtmannschaft abgesperrt werden mußten. Auch auf dem Altstadter Ringe hatten sich ׳dichte Volksmassen angesammelt, und da bei einbrechender Nacht die Poltzet nicht Herr der Situation werden konnte, so sah man sich ver- ׳.anlaßt, Militär zu requiriren Auf dem Altstadter Ringe wurden mehrere Compagnien Jäger postirt und starke Patrouillen versuchten die Räumung der Straßen, die jedoch erst gelang, nachdem der Haufen -mit dem Bayonnet auseinander gesprengt und Miene gemacht