Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- [Ohne Titel] / Kunreuther, J.
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 641 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Miscelten. In einem belletristischen Blatte las man, ich kann nicht mehr sagen wann und wo, von einem in Paris vvrgekommenen Erkrankungsfaüe, den der Arzt dahin erklärte, daß der Kranke sich mit einem, ihm von Italien aus bekannten Giftringe, den derselbe ohne seine Eigenschaft zu kennen, getragen, die Haut geritzt und sich so vergiftet habe. Kürzlich fand ich nun in Midr. Debarim Rabbah Kap. 2 die Erzählung von einem judenfreundlichen Synkaltten (S. Aruch) der ein über die Juden schwebendes Verhängniß gerne abgewendet hätte, ohne jedoch ein Mittel dafür auffinden zu können, den seine in's Vertrauen gezogene-Frau, die nicht weniger theilnehrnend für die Unglücklichen war, so anredet: ״hast du denn keinen Ring? schlürfe ihn und das Unglück wird abgewendet sein." Wir wissen nun wohl was wir unter טבעת zu verstehen haben und bedürfen nicht der ohnehin nicht sehr treffenden Correktur des Jephe March. Ein junger Gelehrter, der mehrere Jahre in Italien lebte, bestätigt mir's, daß die ehemalige Existenz von Giftringen eine in Venedig noch bekannte Sache sei. Später fand ich, daß auch R. Menachcm de Lonsano im Maarich Art. מץ eine ähnliche Erklärung versucht, indem er dem Diamant giftige Bestandtheile zuerkennt.