Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- Brüssel, den 23. August 1861
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 638 (sequence 1)
- Language
- German
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Corres-ondrnz. Brüfsel, den 23. August 1861. I. Ein Dampf-Roß mit seiner Wolkensäule brachte mich in geflügelter Eile nach dem freundlichen, reinlichen, üppig ausgestatteten Brüssel. Kaum angekommen, es war gegen 6 Uhr, Freitag Nachmittags, begab ich mich ungesäumt nach der Synagoge, aus daß die Feuersäule der Andacht meine Gedanken zum Himmel lenke. Mit Inbrunst betete ich das, kindliche Sehnsucht, himmlisches Verlangen athmende MD מה. Wohin auch das Schicksal uns führt, wo immer wir getrennt von den theuren Unsrigen leben, finden wir stets eine Heimathstätte im Gotteshause, wir find in väterlicher Wohnung. Ich war einer der ersten im Tempel, so daß ich unter den מעריכים zugleich von den משכימים war. Es dauerte nicht lange und die erforderliche Anzahl von zehn fand sich ein, um den Gottesdienst eröffnen zu können. Außer den Chorknaben waren kaum 20 Personen anwesend und die Anwesenden schienen großentheils der unbemittelten Klasse anzugehören; 'ביתך פתוח לרוחה ועניים בני ביתך .אבות ז' ה Die Sabbathgebete wurden sämmtlich betbehalten, blos der Brennstoff der Sabbathlichter, womit sich;במה מדליקי beschäftigt, war ein brennender Stoff der Polemik der Reform geworden, welche ein Brandopser verlangte,;במה מדליקי fiel in Ungnade und wurde nach איוה מקומי; של זבחים verbannt. Ich verfehlte nicht, mich zum Morgengebete zeitlich einzustellen. Wenn auch in größerer Anzahl als gestern