Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- Elul
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 610 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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610 (Stuf. zerrissen, durch die Schuld des Volkes zerrissen, das dieses Volk nnmittelbar mit dem Einen Einzigen verbunden, der es ans Adlersflügeln seiner Allmacht hineintragen wollte in das Land der Verheißung; war zerrissen und noch nicht wieder geknüpft. Sollte das fernere Geschick dieses Volkes nach den Ergebnisse» der die Natur und die Schwächeren überwältigenden Menschenklngheit und Tapferkeit der Menschen, wie die Geschicke der übrigen Völker, sich vollziehen? Israel war kein Kriegervolk, Moses war kein Feldherr — und die Zukunft dieses Volkes war ja völlig gleichgültig, die mit seiner ganzen Vergangenheit angebahnte Bestimmung völlig anfgegeben, wenn diese Zukunft nur den Constcllationen äußerer Einflüsse und Zustände überantwortet sein sollte; diese ganze Bestimmung: Priester und Gottes Herold in der Mitte der Menschheit zu sein, rein dadurch bedingt, daß es auch seinem Geschicke nach als das ״Gottes-Volk" dastehe, und in jeder Fuge seiner Geschichte nicht Natur-Gewalt und Menschen-Macht, sondern Gottes Finger offenbar würde — und Moses sollte dieses Volk weiter führen, ohne, daß Gott ״mit ihnen wandelte"?! Was war denn Moses ohne diesen mit ihm und seinem Volke wandelnden Gott? Sende durch einen zu deiner Sendung Befähigten — שלח נא ביד תשלח — hatte der Größte und Bescheidenste ja gesprochen,selbst nachdem bereits durch das: כי אהי'עטך der unmittelbare Beistand des Allerhöchsten mit seiner Alles überwältigenden und umgestaltenden Schöpfer-Macht zugesagt war — und er sollte jetzt oh ne diesen unmittelbaren Beistand diesen Auftrag vollbringen? Und Moses hatte doch die göttliche Gnade noch nicht verscherzt, und jene endliche Bestimmung seines Volkes für jenes große Menschheitztel war doch noch nicht aufgegeben — der erneute Auftrag selber: העל את העם הזה war ihm ja Bürge für Beides — — er konnte somit in tiefster Wahrheit beten: ועתה אם נא מצאתי חן בעיניך הורעני נא אח דרכך ואדעך למען אמצא חן בעיניך ־ וראה כי עמך הגוי הזה, laß mich doch deine ״Wege", dein Walten und Wandeln mit den Menschen erkennen, so daß ich dich ״kennen" und auch ferner ״Gnade in deinen Augen zu finden" vermöge, d. t. daß ich deines ״vertrautenUmgangs" und der ״Erwählung und Ausrüstung für deinen Dienst" würdig bleiben möge, damit ich somit die Anforderungen zu lösen wisse, die deinen ferneren ״Wandel mit uns" bedingen.