Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 586 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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586 Aus Hannover. im Namen der ihnen anvertrauten Gemeinden und Glaubensbrüder den Stufen des erhabenen Thrones des von Gott eingesetzten Landesvaters nahen zu dürfen, nm daselbst die innigsten Gefühle der Dankbarkeit, der Ehrfurcht und Liebe, von denen ihre Herzen durchdrungen sind, mit schwachen Worten in Dcmuth niederzulegen. Eine neue Huld, .eine neue Gnade ist den treugehorsamsten jüdischen Unterthanen des Königreichs durch die huldreiche landesherrliche Bestätigung der von den Landrabbinern vorgelegten allgemeinen Synagogen-Ordnung von Ew. Majestät zu Thcil geworden. In der erhabenen Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe, mit der Ew. Majestät den hohen und heiligen Beruf erfüllen, den die göttliche Vorsehung in Dero milde und freundliche Hand gelegt, haben Ew. Majestät auch jenen kleinen oft verkannten und zurückgesctzten Theil Ihrer Unterthanen, die Juden, nicht vergessen, die in aufopferndcr Hingebung und loyaler Treue gegen das erhabene angestammte Fürstenhaus niemals ihren Brüdern anderer Confessionen nachgestanden haben. — Denn der Gehorsam und die Treue gegen die von Gott eingesetzte Obrigkeit ist in der jüdischen Religion ein göttliches, heiliges Gebot, und neben der Gottesfurcht gebietet sie in gleicher Linie Ehrfurcht vor dem Könige. ״Fürchte Gott, mein Sohn, und den König" (Spr, Salomonts 24, 20) ist der heilige Samen, den die jüdische Lehre in die zarten Gemüther streut, und der darin bet sorgsamer Pflege stets zu erfreuender Frucht gediehen ist. Um wie viel inniger und tiefer muß nun die unbegrenzte Dankbarkeit und Treue sein, von der die jüdischen Unterthanen unter Ew. Majestät erhabenem Sechter und Regierung sich durchdrungen fühlen, wenn sie die unzähligen Wohlthaten bedenken, die sie Ew. Majestät gnädiger und väterlicher Regierung zu danken haben! Schule und Gotteshaus, jene beiden Grundsäulen der menschlichen Gesellschaft, aus denen der erhabene Tempel der Erkenntniß und der Gottesfurcht unerschütterlich ruht, erfreuen sich unter Ew. Majestät väterlichem Regimente auch innerhalb der jüdischen Gemcinde einer so treuen, sorgsamen und gewissenhaften Pflege, daß sie im Auslande als das beneidenswerthe Muster einer gedeihlichen und segensreichen Entwickelung anerkannt und betrachtet werden.