Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 582 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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582 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. Gipfelvollendung endet. רח&, die Blumenkrone ist die letzte Sprosse J am Gipfel des Schaftes und רח&, eine Blumenkrone bezeichnet den Anfang der Blüthcnsproffe auf der frühesten Stufe. Freilich ist es eine Blumenkrone, der weder ein Kelch vorangeht noch die bereits einen Fruchtkcim hat, für welchen sie das belebende Element im Blüthenstaub des Lichtes zu gewinnen hatte. Es ist vielmehr nur eine Blume, durch welche erst der ganze Stamm aus der Wurzel hervortreibt. Wir haben diese Blumenkrone am Baume des Geistes I als Erkenntnis Gottes und Furcht Gottes 'דעת ד' ויראת ד erkannt, und sind nicht in Wahrheit die Gotteserkenntniß und die Gottesfurcht, Wie ste die edelsten und höchsten Blüthen des aus dem Menschen heraus sich entfaltenden Geisteslebens bilden, die auf höchster Stufe die Gewinnung des Gottesgeistes bedingen und den Menschengeist zum Träger des Gottesgeistes vollenden, sind sie denn nicht zu gleicher Zeit in Wahrheit diejenigen Momente, womit überhaupt im frühsten Kindesalter die erste Geistesentwickelung aus dem Wurzelstock des geistigen Lebens zu beginnen hat? Sind sie nicht in Wahrheit im doppelten Sinne ראשית רעת, der frühste Anfang und die höchste Blüthe des menschlichen Wissens? Und ist hier nicht am symbolischen Baume der menschlichen Geistesentwtckelnng im Gottesheiligthume die tiefe, unerschütterliche Wahrheit niedergelegt, daß: soll einst im reifen Mannesalter die höchste Gotteserkenntniß und Gottesfurcht zur Gewinnung des Gottesgetstes sich entfalten, an der Wurzel des geistigen Daseins, in frühester Kindheit diese Erkenntniß und Furcht Gottes gepflegt werden und mit ihr der Grund zu j; aller andern geistigen Entfaltung gelegt werden müsse? Freilich ist es da eine Blume ohne Kelch und ohne Fruchtknoten. Es ist da eine 'רעת ויראת ד, ein Wissen von Gott und ein Gott Fürchten, das weder aus bereits geschöpften Kelchen der חכמה ובינה hervorgegan- I gen noch bereits auf Zeitigung der Thatfrucht: עצה וגבורה, gerichtet ist. Es ist vielmehr eine Blume der Gotteserkenntniß und Gottesfurcht die unmittelbar mit dem Wurzelstock des menschlichen Geistes — ירכה וברבה — gegeben ist — מ&י עוללים ויונקים ימרת עוז — und aus dessen innerstem und tiefstem Kern sich ohne theoretische Vorbreitung — ohne Kelch — erziehend wecken und Hervorrufen läßt Und es hat auf dieser frühsten Stufe diese kindliche 'ן רעת ויראת ר noch nicht sich in Zeitigung und zur Retfebringunn der Fruchtkeime!