Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Aw
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 569 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932903-2946031--06706-2946079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
569 ומשנתם אחה דברים אשר דאו עיניך וגו׳ וידבר ר׳ אליכם מחוך האש קול דברים אתם שמעים וממונה אינכם רואים זולתי קול וגו׳ ונשמרתם מאד לגפ שו חיכם ■כי לא ראיתם כל הטונה ביזם דבר ד׳ אליכם בחרב מחוך האש פן תשחיתון ועשיתם לכם פסל תמונת כל סמל וגו׳ וגו׳, so scheint hier als WurzeL der Vielgötteret Nicht sowohl die positive Vergötterung geschaffener Wesen als vielmehr die negative, beschränkende Verkennung der Alles umfassenden und alle andern Götter verneinenden Gottheit des Einen Einzigen gegeben zu sein. ״Vergesset nicht was ihr mit eigenen Augen erlebt, Gottes Stimme habt ihr am Horeb gehört, aber keinerlei Gestalt habt ihr gesehen! Ihr habt keinerlei Gestalt׳ an dem Tage gesehen als Gott zu euch am Horeb aus dem Feuer gesprochen I Haltet mit der ganzen Energie eurer Seele an dieser Thatsache fest damit ihr euch kein Bild irgend einer Gestalt machet;פן תשתיתו ועשיתם לכם פסל! ruft wiederholt das Gesetz uns zu. Vergeffet's nicht daß Gott, der euch sein Gesetz gegeben, unter keinerlei Gestalt zu fassen ist, dann werdet ihr nicht dazu kommen euch irgend etwas Anderes im Himmel und aus Erden zum Abgott zu machen. Was unter eine Gestalt, eine Form zu fassen ist, das muß eben deßhalb in den Beziehungen seines Wesens und Wirkens begränzt sein, es muß sein Wesen und Wirken durch eine bestimmte Summe von Attributen begrifflich zu erschöpfen sein, es hat somit ein begrenztes Sein und Wirken und — gibt eben damit für Alles, was jenseits dieser Grenzen liegt, Raum für Sein und Wirken gleicher, anderer Wesen. Und ist dieses in unsrer Vorstellung begränzte Wesen nun Gott, und weisen wir in dieser unserer Beschränktheit Gott ein begrenztes Gebiet des Seins und Wirkens, so wird es sofort uns Bcdürfniß das gott-frei gewordene Gebiet mit andern Göttern ausznfüllen, Gott hört uns aus überall zu sein und Alles zu beherrschen, der Einig-Einzige ist uns der Einzige nicht mehr, wir fürchten nicht mehr ihn allein, vertrauen nicht mehr ihm allein, dienen nicht mehr ihm allein, sein Dienst, die Erfüllung seines Wirkens füllt nicht mehr unser ganzes Leben ausschließlich aus, wir habei, auch noch andern Mächten, andern Göttern zu dienen, stellen Theilc nnsers Seins und Wirkens unter das Diktat ihres vermeintlichen Willens und, wie uns die Welt in tausend Götter-Bereiche zersplittert, geht auch unser einheitliches Wesen in tausend Neigung- und Znteressen-Richtungen haltlos und widerspruchsvoll