Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1861)
- Article
- Des Herrn Oberrabbiner Rapoport Dibre schalom ve-emet [Rezension]
- Date
- 1861-07-01
- Page
- 545 (sequence 2)
- Language
- German
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דברי שלום ואטח 545 geschieht, das lächerliche Unglück passieren, daß der versprochene Beweis gerade das Gegentheil erhärtet und nur noch einen Beitrag mehr zu der glänzenden Rechtfertigung eben derjenigen liefert, die man mit rhetorischem Derascha-Wort und mit literarischem Druck- Wort vernichten zu ׳wollen sich anheischig gemacht. Wir beneiden die Bileams-Rolle nicht, selbst wenn sie zur Rettung eines Freundes sich versucht, beneiden überhaupt den Freund und die Freundschaft nicht, welche die Liebe zum Freunde zum einäugigen Stelzfuß macht, der mit blinder, hinkender Einseitigkeit um den Freund Alles, selbst die heiligste der Sachen vergißt, und, um dem Freunde zu dienen, die Wahrheit und die Wissenschaft preisgtebt. Schade, daß Herr Rapoport einen so gewaltigen Horror vor in dieser Angelegenheit gesprochenen deutschen Worten hat, und zu unserm größten Verbrechen die Verhandlung in deutscher Sprache zählt, wodurch wir diese Streitfrage populär gemacht. Wir werden diesen Horror und diesen Vorwurf noch beleuchten. Hier bedauern wir ihn nur, und auch unsere Leser mögen ihn bedauern. Hätte Herr Rapoport seine Worte des Friedens und der Wahrheit deutsch geschrieben, wir hätten unserm Vorsatze getreu kein Wort Wetter in dieser Angelegenheit geschrieben, solange nicht Herr Frankel selbst von seiner ״Ehre" den Dispens erhalten,durch ein gerades, offenes Wort der Wahrheit die Ehre zu geben. Wir wären einer Beleuchtung dieser דברי שלום ואמת überhoben gewesen. Sie hätten — deutsch geschrieben — von selbst sich Jedem in der ganzen Bloße ihrer.vollendeten Nichtigkeit gezeigt. Ja, es hätte in deutschem Gewände Herr Rapoport schwerlich gewagt, damit vor dem Forum der vollsten Oeffentlichkeit zu erscheinen, hätte nicht gewagt, nachdem er an heiligster Stätte das Anathem über uns ausgesprochen, und Monate lang die schriftliche Begründung dieses Anathem's und die vollendetste Rechtfertigung seines Freundes versprochen, nun ein Opus in die Welt zu schleudern, wo in 35 Oktavsetten keinedrittehalb der eigentlichen Sache geweiht, von siebenundneunzig Allotrias gesprechen, aber auch nicht ein einziger Beweis zur Rettung seines Freundes, nicht ein einziger Beweis zur Widerlegung unserer Kri-, tik gewagt, ja überall der eigentliche Kern der Sache umgangen unsere Beweise völlig ignorirt und, als ob dies Alles nur Nebensache, die gegen die Schriften seines Freundes dargelegten T h at- 84*