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Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 520

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Thamus
Date
1861-07-01
Page
520 (sequence 10)
Language
German
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520 Thamns. soll es bald die Industrie, bald die Statistik sein, bald die Association, bald die Volkswirthschaftslehre, hier der Freihandel, dort das Schutzsystem und wie die Idole alle heißen, die das Glück und den Retchthum der Volker bringen sollen, und es sind dies doch Alles nur künstliche Formen, die den Segen schon voraussetzen, den sie vermeintlich schaffen zu sollen verkündet werden. Was nützen Cisterneu, wenn der Himmel den Regen versagt? Woher das Wasser, um damit die künstlichen Gruben zu füllen? — Und die Wissenschaft, unsere Wissenschaft? Statt sich als lernbegierige Schüler bescheiden aufhorchend zu den Füßen der Propheten und Weisen zu setzen, und bedingungslos, voraussetzungslos uns durch das von ihnen überbrachte Gottes-Wort das System unserer theoretischen und prakttscheir Erkenntniß als das Absolute, das Gegebene, und darum ewig Unwandelbare aufbauen zu lassen, an welchem dann alle andere Dogmen der Erkenntniß und Prtnctpten der That erst ihre Prüfung und Wardeiung zu bestehen hätten, setzen wir uns als kritische Richter über Propheten und Weise zu Gerichte, bringen wir selbstgeschaffene, künstliche Schablonen als Maßstab und Maßform mit, um sie mit einem, nach der Beschränktheit unserer Schablonen ausgewählten, und für dieselbe präparirten Abhub vom Gottes-Worte zu füllen, und dann, uns selbst und andere täuschend, zu verkünden: seht da die ״reine" Lehre des Audenthums, die Lehre des ״reinen" Judenthums, das System des ״gereinigten" Gotteswortes, unmittelbar an den ״Quellen" abgeschöpft!! Und sind doch all' Nichts als künstliche, selbstgeschaffene Gruben, die, wie alles künstlich Geschaffene, zerbrechen und nicht einmal das wenige, htneingetragene Wasser dauernd zu halten vermögen! — und wenn dann die Zeit der Prüfungen kommt, die Zukunft mit ihrem Ernst, das Gottes-Berhängniß, das an alles Selbstgefchaffene rüttelt und dem Menschen die Scherben seiner thvnrrnen Götzen vor die Füße wirft, dann wird zum wiederholten Male der Vorwurf mit dem Donner seiner Sttmine an uns herandringen: ״Wo sind nun deine Götter, die du dir gemacht, laß' sie doch aufstehen, ob sie dir helfen können zur Zeit deines Unglücks! Denn die Zahl deiner künstlichen Bauten, das waren deine Götter, Juda!" כי מספר עריך היו אלהיך יהודה!

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