Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 504 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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504 Aus Hannover. durch sie ist in unsere Synagoge die Trennung zwischen Geistltchkeit und Laien, zwischen Reich uud Arm eingeführt, die dem in- «ersten Wesen des Judenthums fern liegt; durch sie ist endlich für die Folgezeit der weiteste Spielraum für Reformen und gottesdienstliche Neuerungen aller Art geboten. Um diese Gefahren abzuwenden, um all dem aus der Synagogenordnung fließenden Unheil wirksam zu begegnen gtbt's nur ein Mittel, ein Mittel aber auch, das, wir hoffen es fest, seinen Zweck nicht verfehlen wird. Es gilt einmüthigcs Zusammenhandeln aller Gemeinden; alle müssen, überzeugt von der gemeinsamen Gefahr, durch einmüthigen Protest gegen die Synagogenordnung die Regierung, die auch hier gewiß nur optima fiele gehandelt, belehren, wie wenig -eine Synagogenordnung, insbesondere wie die fetzige, den Wünschen der jüdischen Bevölkerung des Königreichs entspricht; es muß der Regierung dargelegt werden, wie die Rabbinen nur Diener des Gesetzes, aber keinerlei legislatorische Gewalt besitzen, wie es von ihnen eine unerhörte Anmaßung war, für ihre Gemeinden die Bestätigung einer von ihnen entworfenen Synagogenordnung zu verlangen, und wir sind fest davon überzeugt, die Regierung wird gern von der Regulirung eines Gebietes abstehen, in Betreff dessen sie ja immer sich aus fremde Zeugnisse zu verlassen genöthigt sein würde. Freilich wissen wir recht wohl, daß uns von manchen Setten diese Aufforderung an die Gemeinden als Erregung zum Aufruhr angerechnet werden wird; freilich sind wir wieder gefaßt, als An- Hänger von extremen Parteien und Störefriede bezeichnet zu werden. Jndcß, aus welchem Munde auch dieser Vorwurf kommen mag, er kümmert uns nicht, so lange wir uns mit ruhigem Gewissen sagen können, daß keine andere Motive unsere Feder geleitet, als die Ueberzeugung von der Macht der Wahrheit und der Verpflichtung jedes Einzelnen zu ihrem Dienste, wie geringe Kräfte er ihr auch zu bieten und zu widmen im Stande ist. Besonders dringend aber, besonders unabweisbar richtet die Wahrheit ihren Mahnruf an Jeden in Zeiten, wie die unsere, wo Jnconsequenz, Halbheit und Selbsttäuschung in immer erschreckenderer Gestalt um sich greifen und klares, selbstbewußtes Handeln immer seltener wird. So schmerzlich darum und unangenehm für uns das Geschäft war, die Schäden un-