Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 479 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932901-2945895--06596-2945926- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Von Goitlieb Fischer. , 479 setzes gleichzeitig vorhanden gewesen wäre. Wahrlich, wenn die mm בני von ג׳ז׳ש nichts gewußt und sie, wie Herr Frankel will, von Hillel nicht hätten annchmen wollen, warum haben sie nur über das קרבן פסח allein mit Hillel dtscutirt? Die ganze jüdische Welt hätten sie gegen den Babylonischen Vtichringling in Harnisch bringen müssen, der mit seinen neuen Theorien alle häuslichen und Familienverhältnisse in Aufruhr und Umkehrung zu setzen drohte! Und so könnten wir uns noch die große Masse der andern Halachoth vergegenwärtigen, die nach Herrn Frankel durch die neuerfundenen Midoth-Folgerungen plötzlich in den Lcbenskreis des jüdischen Volkes hineingcschlendert worden wären und eine Revolution aller Verhältnisse hätten erzeugen müssen, die unerhört gewesen wäre. Denn diese Halachoth traten ja nicht als rabbinische Anordnungen auf, die nicht nothwendig eine rückwirkende Kraft zu haben brauchten. Sie gaben sich ja als d'Oraitha, als Wille und Bestimmung des sinaitischen Gesetzes, mit dem kein Compromiß zu schließen ist. Wir müssen jedoch Herrn Frankel, trotz seiner unwahren und unbegründeten Doktrinen, noch Dank wissen, daß er nicht wie sein College Dr. Grätz in seiner Geschichte der Juden S. 18 ״die sieben Regeln, welche Hillel zuerst aufgestellt, bet Schamai und seiner Schule Widerspruch" finden läßt. Herr Frankel, der Direktor des Seminars, erwähnt von solchem Widerspruch der schamattischen Schule nichts. Hinsichtlich der Ansichten Schamai's über die Mtdoth ist eine פלזגתא zwischen Herrn Frankel und Herrn Grätz und die armen Hörer des Seminars werden in . arger Verlegenheit sein, welcher Meinung sie nun huldigen sollen, derjenigen ihres Lehrers Grätz, oder derjenigen ihres Lehrers Frankel. Doch darin kommen glücklicher Weise beide überein, daß beide die Ileberlieferung der Midoth von Gott an Moses auf Sinai leugnen. Herr Dr. Grätz hat bereits seine schlagende und gründliche Widerlegung im Jeschurun 5616 S. 156- 176 und 221—244 gefunden, und ward schon dort S. 243, vor fünf Jahren auf das Verderbliche und die Gefahr für das künstige Gemeindeleben htngcwiesen, wenn das talmudtsche Studium im Seminar nach Anleitung der Grätz'schen Anschauungen gepflegt wurde. Schon dort heißt cs ״dann werden wir laut, so laut und weit als nur immer unsere Stimme reicht, die offene Warnestimme erheben u. s. w," Leider ist jetzt diese Warnung zu einer Nothwen--