Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Herr Dr. Frankel
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 445 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Herrn vr. Frankels Erklärung. 443 spitze umgeht, sondern geradezu durch contradtktorisches Dogma verleugnet. Und obgleich Matmonides und Nachmanides in derselben Sprache der Väter schrieben, theils in diese Sprache übersetzt sind, hinter deren angebliche Vieldeutigkeit sich Herr Frankel endlich in kurioser Weise flüchtet, ohne gleichwahl jetzt in ״deutscher" Sprache sich ״deutlicher" auszusprechen, so muß doch die hebräische Sprache für den, der sagen will, was er denkt, ein ziemlich klares Medium des Ausdrucks / sein. Sie reichte der Maimonidischen Einleitung vollkommen hin, gleich mit dem Satze zu beginnen: רע כי כל מצוה שנתן הבה' למשה נחנה לו בפירושה, und bei der ersten; Erwähnung der מרוח sie also zu bezeichnen: מדוח השלש עשרה הנחונוח על הר סיני שהתורה נדרשת בהן, und ebenso für Nachmanides zu erklären: שאם נאמר כי אין המרוח הנדרשות מקובלות מסיגי ולא נעסוינו לדרוש ולפרש בהן את התורה אם כן הן בלתי אמתיות והאמת הוא פשסיה דקרא בלבד לא הדבר הנדרש וכו' ועקרגו שורש קבלתנו ב׳י׳ג מדות שהתורה נדרשת ורוב התלמוד אשר יוסד בהן. Unbegreiflich aber bleibt es, wie trotz der angeblichen, Mißverständnisse veranlassen sollenden Vieldeutigkeit der hebr. Sprache, deren sich Herr Frankel bediente, ihm nun nicht sein ״Ehrgefühl" vielmehr kategorisch gebot, das angeblich Mißverstandene deutlich zu erklären, unbegreiflich wie er diese angebliche Vieldeutigkeit der hebr. Sprache als durchlöcherten Schild sich Vorhalten zu können vermeint, da wir ihm doch aus seinen deutsch geschriebenen Schriften dieselbe Verleugnnng der Göttlichkeit der Tradition vor die Angen gelegt, unbegreiflich wie er trotz diesem Allen uns einer ״böswilligen" Werkennung und Verdächtigung anzuklagen wagt, unbegreiflich endlich, wie er uns gegenüber mit himmelwärts gewandten Augen sich schließlich Ln den Gedanken resignirt: 1 יקללו המה ואתה.תברך Wir haben Keinem geflucht und Keinen herabgewürdigt, haben keine Persönlichkeit in den Sumpf der Gemeinheit hinabgezogen, wie seine Knappen und Freunde zu seiner Dertheidigung uns gegenüber gewagt, wir dürfen ohne Erröthen aus jedes Wort zurückblikken, das wir auch in dieser Angelegenheit geschrieben. Wir hatten es stets nur mit der Sache, mit den Schriften, mit dem Schriftsteller zu thun, keine Persönlichkeit haben wir angetastet. Und auch heute noch, bis es Herrn Frankels ״Ehrgefühl" einmal erlauben wird, die ungeheuer verfängliche Wahrheit, daß, wie das schriftliche