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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 399

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Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
399 (sequence 2)
Language
German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 399 gleichen Herrlichkeiten nicht beneiden, so sind wir auch keineswegs gesonnen, ihnen den Genuß derselben zu verkümmern. Wenn wir uns jedoch gleichwohl einer Beleuchtung dieser Schrift unterziehen, so geschieht dies aus keinem anderen Grunde, als einmal damit allgemeines Stillschweigen nicht als Zugeständniß ausgelegt werde, oder doch als Unvermögen, den Gründen des Verfassers etwas entgegenzusetzen, und zum andern um die Anhänger des orthodoxen Zudenthums in ihrer Entfernung von dergleichen Reformen zu bestärken und möglicherweise den Zögernden und Bedenklichen, Beschränkten und bloßen Gewohnheitsmenschen — wie Herr Geiger sie nennt — das Lossagen von denselben und Treten auf die andere Seite zu erleichtern, welches Alles, von unserm Standpunkte aus, uns als Pflicht erscheint. Wir werden uns bemühen, kurz zu sein, und so gut es angehen will, Animosität zu vermeiden. Beginnen wir vor Allem mit dem Titel der vorliegenden Schrift, so werden wir zu der Bemerkung hingedrängt, daß schon dieser nicht der Wahrheit gemäß sei, indem die hier vertretene Reform weder Maß hält, noch deren Nothwendigkeit irgendwie genügend begründct erscheint, was, wie wir glauben, im Verfolg klar werden wird- Herr Dr. G. bespricht seinen Gegenstand unter sechs Rubriken, welche wie folgt überschrtebcn sind: 1. Allgemeine Grundlage; 2. Inhalt des Gottesdienstes; 3. Sprache; 4. Dauer und Form; 5. Gebctzeiten; 6. Mit dem Gottesdienste in Verbindung stehende Gebräuche. Betrachten wir diese einzeln näher, um hie und da uns geeignet scheinende Bemerkungen daran zu knüpfen. In 1., (S. 5 ff.) sucht der Verf. zuvörderst die Nothwendigkeit einer Umgestaltung des jüdischen Gottesdienstes nachzuweisen, indem er sich bemüht, die vermeintlichen Gebrechen desselben in gedrängter Kürze aufzuzählen. Dennoch, meint er, dürfe die Heilung der Gebrechen nicht in einer vollständigen Neugestaltung gesucht werden. ״Jede einzelne jüdische Gemeinde ist ein Glied der gesammten Judenheit ff.; eine jede Zeit im Verlaufe des Judenthumö bildet ein Moment in der Geschichte desselben, und die Gegenwart kann sich eben so wenig von der Vergangenheit gänzlich losreißen, wie

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