Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Ijar
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 391 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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♦ Ein Monatsblatt zur Förderung Jüdischen Geistes und Mischen Lebens^ in Haus, Gemeinde und Schule. Nr. VIII. 3621 Siebenter Jahrgang Sollen wir die Sefirah-Gebete streichen? Wenn die Ornat- und Barett-geklcidete Neologie ihre wohlseilen Siege in einer Piutim- und Jozcroth-Nazzia feiert und auf dem Trödelmarkt ihrer Wundcrkuren ihr homöopathisches Rezept anpreist: durch Streichung von Gebeten Andacht zu schaffen, dann pflegen die Scfirah-Jozeroth die ersten zu sein, die den ncologischtheologischen Nothstift zu fürchten haben. ״Was sollen diese Erinuerungen an eine untergegangene Zeit? Was sollen diese Seufzer auö mittelalterlicher Nacht des Drucks und der Verfolgung in den sonnigen Tagen der Berechtigung und Freiheit? Was soll diese elegtsche Galuth-Dissonanz in Mitten der Jubelouverture des neunzehnten Jahrhunderts?" Sollen wir — wenn wir überall zum Streichen berechtigt wären — uns diese Gebete aus unserer Liturgie streichen lassen? Ist es gedankenvolle Ueberlegung, oder ist cö gedankenlose Willkür und nachbetende Beschränktheit, die hier den liturgischen Nothstift zur Hand 24