Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 7 (April 1861)
- Article
- Vorläufige Abrechnung
- Date
- 1861-04-01
- Page
- 366 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Vorläufige Abrechnung. Tradition im Allgemeinen voraus und behandelt den Stoff historisch, wie er nach und nach ins Leben getreten. Freilich wenn wir ״Mucker" eine Einleitung in die Thora und Mischnah schreiben, so käme es uns hauptsächlich darauf an zu sagen und zu erklären: wie Gott mit Mose geredet, wie die Tradition מפי הגבורה gefönt־ men rc.!" Wir erklären Herrn Landau für ein wahnwitziges altes Weib, so lange er uns nicht öffentlich nachweist worin uttser ״Muckerthum" besteht, nachweist wo wir auch ttur je mit einem einzigeu Worte solchem theosophischen Fürwitz Vorschub geleistet; für einen einzigen Muckergedanken, für ein einziges Muckerwort, die er uns nachweist, verpflichte ich mich, mich selbst als sein Stallknecht auf seinen Rosinante hinter ihn aufzusetzen und mit ihm die wilde Hetzjagd gegen mich selber durchzumachen — Doch wir haben Ernsteres zu thun. Selbst einmal zugegeben, Herr Frankel habe von der Göttlichkeit der Tradition nur geschwiegen — wir haben nachgewiesen und werden noch einmal darauf Hinweisen, daß dieses nicht der Fall ist — aber einmal zugegeben, wie? Weil Herr Frankel keinen Katechismus für Kinder geschrieben, darum dürfte er von der Göttlichkeit der Tradition schweigen, schweigen iu einer Zeit, wo man nicht nur die Göttlichkeit der Tradition, wo man die Göttlichkeit der Thora in Frage stellt, wo aber insbesondere die Leugnung der Autorität und Verpflichtungskraft des traditionellen Gesetzes das Haus Israel in tausend Splitter flüftet? Hätte, wenn ihm dieser Grundsatz auch nur einen Schatten von Wahrheit gilt, wenn er nicht eben mit ihm die armseligste Taschenspielerkunst treiben möchte, nicht eben darum sprechen, offen und entschieden wie ein Mann sprechen müssen, der aus seinen Ueberzeugungen kein Hehl macht, der für diese Ueberzeugung einstehen, leben und sterben will für seine Ueberzeugting, eben weil er nicht einen Katechismus für Kinder geschrieben, weil er für jüdische Jünglinge, für jüdische Männer geschrieben, für Jünglinge und Männer, die einst Träger und Kämpfer und Herolde dieses traditionellen Judenthums sein sollen, die ihm ganz eigenilich in die Hände gegeben sind um sie zu Trägern und Lehrern dieses traditionellen Judenthums heranzubilden? Für Kind er wäre es vielleicht überflüssig gewesen. Hören sie es nicht von ihm, hören sie's von Lehrern und Eltern. Aber jungen Männern gegenüber, Jün-