Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 7 (April 1861)
- Article
- Vorläufige Abrechnung
- Date
- 1861-04-01
- Page
- 355 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Vorläufige Abrechnung. 355 Widerspruch mit dem Talmud und unfern ersten Autoritäten lehre, daß alle die im Talmud enthaltenen Erklärungen der göttlichen Gesetze der mosaischen Lehre nicht göttlichen, sondern menschlichen Ursprungs seien. Mit einem einzigen Worte hätten sie diese Behauptung zu Schanden und Herrn Fischer — wir hatten ja noch gar nichts geschrieben — zum Bekenntniß seines Jrrthums, zur Abbitte und höchstens zur Bitte um Aufklärung der angegrifjenen Stellen der Hodegetik nöthigen können! Statt alles Dessen, was sie erklären und bedauern und ferner und abermals bedauern, hätten sie nur einfach zu bezeugen gehabt, daß ihr Meister sie in der That den göttlichen Ursprung der mündlichen Gesetzerklärungen lehre, und hätten uns mit diesem einzigen Zeugniß vernichtend zu Boden geschlagen. Das haben die jungen Herren Nicht gethan. Dagegen werfen sie mit ״Finsterniß", ״Gemeinheit" rc. um sich und finden zu bedauern, ״daß Herr Samson Raphael Hirsch eS wagt, den Stellvertreter Gottes zu spielen, und nach eigenem Ermessen Seligkeit und Derdammnifi zu decretiren." Wir erlauben uns diese hoffnungsvollen Zünger an die Schandsäule der öffentlichen Verleumder zu führen, bis sie uns arich nur mit einem Worte nachgewteseu, wo wir je uns als ״Stellvertreter Gottes" geriet und ״Seligkeit und Derdammniß" über irgend Jemanden decretirt." Wenn sie aber diese Phrase dem Sendschreiben des Herrn Fischer gegenüber gebraucht, der durchaus nirgends seine oder unsere Auffassung, sondern lediglich Aussprüche des Talmud, Maimonides und Nascht Herrn Frankel gegenüber gestellt, die allerdings den als כופר מין ואפיקורס erkläre«, der das Grundprincip, der die Göttlichkeit der von der Tradition überlieferten Gesetzeserklärungen leugnet: so haben sie damit allerdings bestätigt, daß im Seminar sie dieser Grundsatz nicht gelehrt, daß ihnen vielmehr dieses von der Judcnheit unserer Gesammtvergangeuheit mit Ausschluß der Sadducäer und Karäer allgemein bekannte Prinzip als eine ganz fremde, individuelle, ״Hirschtsche" Auffassung des Judenthums, ״als einJudenthum״unseresetgenenErmessens" barg estjellt wird, und haben damit in eclatantester Weise Herrn Fischers und unsere Worte gerechtfertigt. Und Herrn Dr. Beer mit seinem Dominikaner-Aufruf bitten