Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 7 (April 1861)
- Article
- Vorläufige Abrechnung
- Date
- 1861-04-01
- Page
- 348 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932899-2945719--06429-2945726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
348 Vorläufige Abrechnung. ‘I % und Inhalt seiner Schrift auszusprechen. Wir mußten vor Allem | abwarten, ob Herr Frankel in seinem März hefte ehreichaft wie ein j Mann für seine Sache in die Schranken treten, oder still schwer- ,1 gend die ganze ehrlose Schmach adoptirc» würde, mit welcher Jünger und Freunde für ihn, nicht die blanke Waffe des Geistes und der Wissenschaft — sondern den rohen Knüttel betrunkener Pöbel- Hastigkeit gezogen, und ob er in den Keulenschlägen und Kothwürfen seiner Trabanten auf unsere Person die entsprechende — i weil einzig mögliche — Verthcidtgung feiner Sache erblicke. Das uns heute zugekomm ne Märzheft der ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthnms" schweigt zu Allem, was wir im Fcbruarheft aus den Schriften des Herrn Frankel dargelegt.;; Jetzt ist es wieder, wie schon einmal, an uns, Abrechnung zu halten und aus diesem Schweigen und jenem Lärmen das Resultat für die Sache zu ziehen, für welche wir das Wort erhoben; jetzt ist es Zeit, sei es auch nur vorläufig nach dem Ergebniß zu blicken, auf welcher Seite Gewinn oder Verlust stehe, welche Sache rein und und blank als Sieger sich erheben dürfte und welche Sache die Schmach und der Schmutz begräbt, mit welchen man gegen uns den Kampf geführt. Wir wollen diese Aufgabe mit möglichst ruhiger Objektivität lösen. Doch zuvor haben wir ein ernstes, bitteres — und wir gestehen es, ungewohntes — Geschäft zu vollbringen. Wir haben seit den dreißig Jahren unseres öffentlichen Lebens fast nicht die Feder aus Händen gelegt. Wir haben aber nie ein Wort gegen eine Persönlichkeit geschrieben. Es hat uns immer nur die Sache gegolten. Mit den Schriften und den Schriftstellern, mit der ewigen jüdischen Aufgabe und ihrer zeitlichen Lösung hatten wir es zu thun. Die Individualität, der sittliche und bürgerliche Charakter, der verdiente oder unverdiente literarische oder sonstige Ruhm des Menschen stand uns stets abseite. Wir haben nie gegen eine - Persönlichkeit geschrieben, haben nie eine Persönlichkeit angegriffen, oder auch nur verletzt. Auch seitdem wir blefe Zeitschrift herausgeben, haben wir dieselbe nie zu einem Organ mißbrautz chen lassen — verdienten oder unverdienten Tadel — worüber ja