Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 6 (März 1861)
- Article
- Noch ein Wort an Herrn Dr. Duschak
- Date
- 1861-03-01
- Page
- 330 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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330 Noch ein Wert an Hrn. vr. Duschack. Worte in so ungünsttgem Lichte zeigt. Hr. D. gebcrdet sich wie die pure Unschuld. Er habe nie etwas veröffentlicht um zu glänzen, sondern lediglich im Interesse der Wahrheit. ״Zeder Diener der Wahrheit aber, und sei er auch der niedrigste Diener im Tempel der Wahrheit, sei berechtigt und berufen, gelegentlich Zrrthümer auf-;»decken u. s. w." Pathetisch genug klingt dieser Passus dieses de- Voten Dieners der Wahrheit, wenn er nur auch wahr wäre. Wohl ist Jedermann berufen, sich der bedrohten Wahrheit anzunehmen, wenn sie schutzlos dasteht, aber im vorliegenden Faste war es zuvorderst Sache des Hrn. vr. I. meinen Angriff auf die Wahrheit zurückzuweisen, und dem sicherlich die Kraft hiezu nicht gefehlt haben. Hr. D. hätte also nicht vorgreifen, sondern abwarten sollen. Erst dann, wenn sich entschieden gezeigt hätte, daß Hr. vr. I. in der Sache nichts thun wollte, wäre es für ihn Zeit gewesen, für die Dame seines Herzens, die Wahrheit, ritterlich in die Schranken zu treten. Das scheint ja auch Hr. D. gefühlt zu haben, als er von vornherein versichert: ״Ich bin weit entfernt, nur der flüchtigen Idee Raum geben zu wollen, Hrn. vr. I. verthcidigen zu wollen; er mag, wenn er Lust hat, sein eigener Vertheidiger sein." Nun warum war es ihm denn gerade um diese Rüge zu thun, welche, wäre sie selbst begründet, nicht gerechtfertigt erscheint, indem ich schließlich, wie aus Jeschurun S. 553 hervorgeht, nicht einmal mit voller Entschiedenheit behauptet habe, daß R. Ganil. II. gemeint sei. Trotzdem hätte ich dennoch seine Rüge nicht beachtet, wäre sie eine vereinzelte gewesen; aber ich habe Gelegenheit gehabt wahrzunehmen, daß solche Rügen und noch dazu in einem vornehmen, didaktischen Tone vorgetragen, dem Hrn. D. gleichsam zur Gewohnheit geworden sind, namentlich gegen diejenigen, die nicht zu seiner Farbe gehören. Allerdings ist nicht Jedermann ein so eifriger Diener der Wahrheit, wie Hr. D. So z. B. erinnere ich mich, hat Hr. vr. D. im Jahre 1857 in der Z. d. I. Nr. 7. ״Skizzen aus dem jüd. Eherechte" mitgcthcilt. Dort steht unter anderen: So konnte die Schwägerin.. . ihm (demLevir nämlich) ins Angesicht spucken. Hr. D. ist Bezirksrabbiner. Hat er schon einmal eine Chalizah vorgenommcn, und hat er so verfahren? Hat er wirklich die Schwägerin demLevir ins Angesicht spucken lassen? — Ferner steht dort: ״Stiefmutter der verstorbenen Frau im Talmud nicht erwähnt". Das ist אשת חמיו• Von