Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 279 (sequence 10)
- Language
- German
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von Dr. M. Ralph. 279 H \\ ':1 i Agimet der Jud, der sich zu Gebenne auffgehalten, und zu Castell verhafftet, ein wenig auff die Folter gebracht, und nach wieder erlassung nach langer genommen weile hat bekannt in Gegenwart vieler beglaubten Personen, was folget, Nehmlichen erstlich, Vergangene Fasten hätte Pultuö^) Clesis von Rantz ihn, Juden nach Venedig geschickt, Seiden und anders vor ihn einzukanffen. Als nun solches erfahren der Jud zu Chamber, Rubi Peyret und Rabbi, oder Meister seines Gesetzes, hätte dieser nach ihm geschickt und ihn suchen lassen, da er zu ihm kommen, hatte er gesagt, Es scy ihm zu verstehen gegeben worden, daß du (sprach er) nach Venedig gehen sollst, Seiden und Wahren einzukauffen, hier gebe ich dir ein Päcklein von einer halben Spanne, darinn in einem dünnen und geneheten ledern Säcklein etwas von zubereiteten Gisst enthalten, davon lege cintzeln und vertheilt in die Brunnen, Wasserkästen und Quellen in den venetianischen Orten, und andern da du durch gehest, zu vergifften die Leuthe die das Wasser solcher durch dich vcrgifftetenBrunnen gebrauchen. Der Agimet hätte daß Päcklein genommen, voller Gifftö, und bis nach Venedig bei sich getragen, und als er dahin kommen, hätte er ein Theil von demselben geworffen und gestreuet in den Brunnen oder Nöhrkastcn süsses Wassers, der da ist bei) dem Teutschen Hause daselbst, zu vergifften die Leuthe die dcsselbcu Wassers gebrauchen und sagt, daß keine Elstern süsses Wassers in der Stadt ohn (i. e. ausser) diese allein. Sagt auch, daß ihm der bemelte Rubi Peyret ihm thanen, wider die Juden beides Geschlechts, so daselbst in Hasst jeder besonders sitzen, nachdem die gemeine sage und groß Geschrei) davon entstanden, ob sie wegen gelegten Giffts in die Brunnen, Quellen und andere Dinge, deren sich die Christen gebrauchen, daß sie sterben sollen, schuldig befunden werden könnten, damit sie abgestrafft würden, dahero ist dises ihre Anssag und Bekantnis vor vielen glaubwürdigen Personen. I. > 2°) Hippolytus (Schiller).