Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- 213 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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von G-tM Fischer. - 213 am Sabbath, vor Allem wenn es die Festfeier des Sabbaths bezweckt), — und er ist mit allem diesen auf seinem Standpunkt nur consequent, da er auch die Göttlichkeit der mündlichen Gesetztraditton leugnet, — fragt ihn doch einmal, ob er jetzt, wo er aus den Worten eures Herrn und Meisters Frankel steht, daß auch euer Meister die Göttlichkeit der mündlichen Gesetzestradition leugnet, und dieselbe nur als menschlich Werk der Männer der E, m. lehrt, fragt ihn doch einmal, ob er etwa dadurch sich zur Aenderung seiner Ansichten veranlaßt sehen dürfte weil — euer Meister der Weisheit unserer Weisen ein so rühmendes Zeugniß ausstellt und lehrt, daß sie die Erklärung der Mizwoth במועצות ודעת, mit Ueberlegung und Einsicht geschaffen?! Und wenn nun dieser Redakteur euren Meister früge, welche Weisheit, Ueberlegung und Einsicht es denn verrathe, die Thora in einer Weise zu erklären, daß dadurch das ganze menschliche Leben verkümmert werde, daß sie sogar das leichte Kochen eines Et's am Sabbath als unter Extermination und Steinigungstod verbotcne Melacha gelehrt? Ob es nicht eine wett größere, verständigere Weisheit gewesen wäre, den Text nach dem einfachen Wortverstande dahin zu erklären, daß unter Melacha nur eine anstrengende Arbeit, wie Feldarbeit und Aehnliches zu verstehen wäre? Gilt nicht ihnen, den Weisen, selbst der Satz אין מקרא יוצא מידי פשוטו? Wenn er also euren Meister früge, was würde er ihm antworten, ohne ein spöttisches Lächeln befürchten zu müssen? Vielleicht würde euer Meister also antworten: ״Mein Freund! Ich glaube ebensowenig als du, daß die traditionellen Gesetzerkläruugen vom Sinai stammen. Mir wie dir sind sie nur menschlichen Ursprungs und es ist nicht das geringste Göttliehe an ihnen. Gleichwohl siehst du wie der Glaube an die Göttlichkeit der Tradition noch in manchen Gemüthern unseres Volkes so fest wurzelt, daß sie zu Märtyrern für diesen Glauben werden. Darum ist es nicht klug mit anstürmender Gewalt auf einmal einen Glauben entwurzeln zu wollen, der Jahrhunderte lang in den Gemüthern Wurzel gefaßt. Da müßten wir aus starrsinnigen Widerstand von diesen Hartnäckigen uns gefaßt machen. Der kluge Neolöge kommt "״במועצות ודעת mit seiner Ueberlegung und Vorsicht, spricht nach ihrem Sinne, schmähet auf die Zadukim, rühmt himmelhoch die Weisheit der Ansche Knesseth Haggedola; dadurch ge-