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Jeschurun · 1860-11-01 · Heft 2 (November 1860) · p. 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 2 (November 1860)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1860-11-01
Page
99 (sequence 4)
Language
German
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von Dr. M. Ralph. 99 liche Mutter übertragend, die todcsmuthig bei ihnen ausgeharrt — Die europäische Menschheit hatte ein Viertheil ihrer Glieder verloren — 25 Millionen Leichen^) deckten die Wahlstatt. Waren auch jüdische darunter? — O! wenn je ein Volk mit seinem warme» Herzblute seine ihm oft genug abgesprochene Zugehörigkeit zu den Geschicken der Menschheit besiegelt, wenn je ein Ereigniß sich mit blutigen Farben in die Geschichte des jüdischen Volkes etngezeichnet, so ist es dieses Volk und das welterschütternde Drama, das wir in flüchtigen Zügen so eben zu zeichnen versucht. Das jüdische Volk ist der Sündenbock in der Geschichte. Wo ein Unglück die Volker befällt, waren (und sind?) es noch immer die Juden, die dabei ihre Hand im Spiele haben sollen. Waren sie es ja, die den Tartaren die Waffen in die Hand gegeben zu ihreib weltverwüstenden Einfällen, haben sie ja die Schrecken der Türkenkrtege über die europäische Menschheit herausbcschworen^) und sollte vor Allem nicht jener Schrecken aller Schrecken, der ״schwarze Tod" ein unheilvoller Sendling dieses ungläubigen verstockten Volkes sein, bestimmt, die ganze Christenheit vom Erdboden zu vertilgen?^) Welch' bessere Gelegenheit konnte der immer glühende Indenhaß des Mittelalters finden, um wieder einmal die kaum beendeten lustigen Heiltgenkreuzzugsscenen des Judenmordes, des ״Judenbrandes"- des Raubes und der Plünderung der Juden zur Aufführung zu bringen? Nehmen wir noch die furchtbare Aufregung der Gemüther, die Entfesselung aller Leidenschaften, die Lösung aller Banden der Menschlichkeit und Gesittung, wie sie uns in fast alleu, in schrecklichstem, grausenerrcgendem Maße jedoch in der Geschichte dieser furchtbarsten aller Seuchen entgegentritt, hinzu; und der Uebertragung von Menschen auf Thieren innegewohnt zu haben; so berichtet Boeaccko (s. Hecker l. c.) er habe gesehen wie zwei Schweine in der Nahe von Lumpen an der Pest. Verstorbener plötzlich vom Schwindel ergriffen und todt umgefallen seien. b) Vergl. die mit Zuziehung der zugehörigen Quellen durchaus nicht unwahrscheinliche Berechnung bei Hecker l. c. p. 28 u. ff. 4) S. Ersch u. Gruber Sect. Ild. 27 p. 80. b) Schon eine Pest in Eulenburg v. 1316—19 mm ihnen zugeschrieben. S. ebendas. 7

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