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Jeschurun · 1860-11-01 · Heft 2 (November 1860) · p. 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 2 (November 1860)
Article
Chewan
Date
1860-11-01
Page
84 (sequence 2)
Language
German
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84 genwart mit möglichster Treue genügt und daS uns anvertraute hei-- lige Erbe zur möglichsten Erfüllung gebracht werde. Unter allen Seiten und Beziehungen dieser Ausgabe stand uns in erster Linie: ״ ללמודLernen"! Ist ja auch naturgemäß ״Lernen" die Vorbedingung zu allem Üebrigen, bedingt es ja überhaupt erst die Bekanntschaft mit unserer Aufgabe, die Kenntniß dessen, was ד' אלתו שואל מעמנו, was unser Gott von uns fordert; und wenn diese Ausgaben so groß ist wie die Welt und so stark und dauernd wie die Zeit, und wenn jeder Augenblick dieser Zeit und jede Erschetnung dieser Welt unö stets zu einer neuen oder wiederholten Erfüllung unserer Pflichten ladet, uns immer aufs neue die Forderung bringt, diesen Moment und diese Erscheinung und unsere Aufgabe und Beziehungen zu ihnen im Lichte des göttlichen Gesetzes zu begreifen, und endlich aus dem ״Lernen" des göttlichen Gesetzes nicht nur die Erkenntniß unserer Ausgabe, sondern auch der rechte Geist und der rechte Sinn und die rechte Kraft und Weisheit zur Erfüllung quillt: so konnten wir begreifen wie "״ללמוד, wie והגיח בו יומם ולילה jeder Zeit als der erste Paragraph in das Buch ihrer Lebensaufgabe verzeichnet werden konnte. Jeder Zeit, vor Allem aber der unsrtgen. Sieht sich ja unsere Zeit rathlos hineingeschlendert in Mitte der extremsten Richtungen. Bei wem soll sich ein ehrlicher Jude heutzutage Raths erholen, wenn er den Gedanken seiner Pflicht und seiner Lebensaufgabe nicht leicht nimmt, und mit dem ganzen Ernst, mit welchem er die Frage stellt, auch die Antwort darüber haben möchte: was er zu thun habe, um voller, wahrer Jude zu sein? Buntscheckig wie das Harlekinsgewand eines Carnevalm ummenschanzes wäre die Erscheinung des Juden, wenn man sie aus allen Antworten zusammensetzen wollte, die die zeitgenössische Weisheit auf diese Frage bereit hätte. Jeder Jude hat seinen Schulchan Aruch und es gibt doch nur Einen Schulchan Aruch für Alle, es hat doch der Eine einzige Hirte unseres Lebens uns den Weg gewiesen für alle unsere Geschlechter. Der Jude, der heutzutage nicht zu dem Worte dieses einen Einzigen und zu den Ueberlieferungen seiner treuen Boten selber zu wandeln vermag, der ist verloren. Nur im Munde der großen Geister aller Jahrhunderte seiner Vorzeit findet er übereinstimmende Wahrheit. Der Geister-Chor seiner Zeitgenossen führt ihn inS Labyrinth. Upd was sollen wir für unsere Kinder,

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