Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Tischri
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ein Lied von dem Rösch Haschana der Zukunft. 8 Erlösung, Schabnoth mit der jüdischen Gesetzgebung, Suckoth mit der jüdtschcir Erhaltung. Aber Rosch Haschana ergreift uns in unseren menschlichsten Beziehungen, als Geschöpf zu unserm Schöpfer, als Werk und Kind und Diener zu unserm Meister und Herrn, zu unserm König und Richter, zu unserm Vater und Erlöser — wie wir am Rosch Haschana zu unserm Gotte stehen, so sollte, so soll einst die Gcsammtmenschhcit zu ihrem, zu unfern Aller Gott stehen, und in dieser Gesammthuldigung des Einig Einzigen ihre Einigung und Erhebung, ihre Erlösung und ihren Frieden finden. Darum steht der Koraide die Therua nicht nur ihr Werk in Israel und an Israel vollenden; über den jüdischen Kreis hinaus dringt ihr Ruf; mit ihr ruft nicht nur Israel sich, mit ihr ruft es alle Menschen zu Gott hin und erwartet, daß ihr Ton einst die edelsten der Völker als einiges Abrahamiden-Volk um Gott versammeln werde. Die Töne dieser jüdischen Therua an die Völker spricht sein Lied: ״Alle Völker schlaget ein!" — תקע כף heißt nur einmal (Nachum 3 am Ende), wie ימחאו כף Zes. 55,12. ויכו כף Kön. II, 11, 12. in die Hand schlagen zum Ausdruck einer durch einen überraschenden Anblick angeregten Freude. In dieser Beziehung scheint das in die Hand schlagen durch eine natürliche Symbolik den Gedanken auszudrücken, daß man etwas seinen Wünschen Entsprechendes erlangt habe, ״in die Hand bekommen habe!" Ist das תקעו כף hier auch in dieser Bedeutung zu nehmen, so hieße es: Schlaget in die Hände, alle Völker! d. h. Bezeuget's, daß ihr endlich gefunden, was ihr so lange und so vielfältig, vergebens gesucht; cs würde den Völkern sagen: Hier, in Israel, findet ihr endlich den Gott, den die Menschheit durch alle die Jahrtausende ihrer Irrgange überall sonst vergebens gesucht. Und wenn in der That alles weltgeschichtliche Streben der Menschheit, das über Alles erhabene, vor Erschütterung sichere Priocip zu finden, das ihnen den Frieden vom Himmel und den Frieden auf Erden, d. i. den phyfischen und socialen Frieden sichere, mit dem Prediger sich in dem Gedanken ausdrücken ließe '״ ,על דברת בני ארם לכרם אלו*׳das Vorhaben der Menschen sich Gott zu ermitteln": so hat wohl der Koraide ein Recht, aus dem Mittelpunkt des hetlumleuchteten, gottgetragenen und gottoffenbarenden Geschickes und Lebens Israels hinaus, den