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Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 614

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
Date
1860-08-01
Page
614 (sequence 5)
Language
German
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614 Preßprozeß. gar nicht angegeben sind, da sich auch unter anderen Aufschriften, wo man es nicht vermuthcn würde, Artikel gegen die Juden vorfinden. Ich bitte, diesen Umstand zu konstatiren. Der Schriftführer verliest das Juhaltsverzeichniß des Jahrgangs 1859, wodurch der erwähnte Umstand konstatirt wird. Herr Kuranda: Ich muß zur Berichtigung hier ansühren, daß ein zu Gunsten eines getauften jüdischen Gelehrten, des verstorbenen De, Zappelt, geschriebener Artikel darunter ist; alle anderen haben den Charakter, den ich angegeben habe. Dr. Brunn er: Ich erlaube mir zu bemerken, daß noch ein solcher Artikel zum Lobe des Fischhof darunter ist. Ich bitte nur zu bedenken, daß mein Blatt alle Woche nur ein Mal und zwar in der bescheidenen Auflage von 600 Exemplaren erscheint; daß in Wien und in Deutschland die ganze Presse in den Händen der Juden ist und diese Judenblätten in 100,000 Exemplaren erscheinen; daß sie alle in allen unseren Kaffeehäuser aufliegen und gegen das Chrtstenthum losziehen. Es ist die Aufgabe der ״Kirchenzeitung", gegen die überwuchernde Judeupresse loszuziehen und sollte sie auch darüber unterdrückt werden. Ich habe hier Auszüge, was ein hiesiges Blatt gegen die ״Kirchenzettung" bringt. Herr Kuranda: Welches ist das? D!•. Brunner: Die ״Morgenpost". Herr Kuranda: Im Interesse der Wahrheit erlaube ich mir, mit Rücksicht auf den Ausdruck ״Judenblätter" dem hohen Gerichts- Hof folgende Aufklärung zu geben. Es ist ein Mißbrauch, der unerhört ist, wenn Herr Brunner die gesummte hiesige Presse für Jus denblätter erklärt. Die meisten der Hauptblätter in Wien werden von Christen redigirt. So hat z. B. Zang's ״Presse" keinen einzigen jüdischen Mitarbeiter und der Herausgeber ist ein Christ. Der ,,Wanderer" hat keinen einzigen Mitarbeiter, der ein Jude ist, und der Herausgeber ist ein Christ. Die Ost-Deutsche Post hat mich zum Redakteur und ich glaube, sie ist in gebildeten Kreisen geachtet, sowie ich ferner glaube, daß das Publikum der Ost-Deutschen Post das Zeugniß geben wird, daß man das jüdische Parfüm, welches Di. Brunner durch das Wort ״Judenblatt" bezeichnen will, darin sicherlich nicht findet. Es ist ein Kunstgriff des Herrn Dr. Sebastian Brunner, wenn er von einem andern Blatte zu sprechen hat,

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